Ein Mitglied des medizinischen Personals steckt ein Wattestäbchen nach einem PCR-Abstrich zum Test auf Covid-19 in ein Röhrchen. | dpa

Britische Corona-Variante Virus-Mutation in Deutschland nachgewiesen

Stand: 24.12.2020 17:52 Uhr

Wenige Tage nachdem in Großbritannien eine neue Variante des Coronavirus nachgewiesen wurde, ist die Mutation auch in Deutschland aufgetaucht. Eine Frau hat sich infiziert, die zuvor nach Baden-Württemberg eingereist war.

Die vor wenigen Tagen in Großbritannien entdeckte Mutation des Coronavirus ist zum ersten Mal in Deutschland nachgewiesen worden. Eine Frau, die sich in Baden-Württemberg aufhält, habe sich mit dem mutierten Erreger angesteckt, teilte das Gesundheitsministerium des Bundeslandes mit.

Die Frau war demnach am 20. Dezember aus Großbritannien über den Flughafen Frankfurt/Main nach Baden-Württemberg eingereist. Derzeit besuche sie Angehörige im Landkreis Freudenstadt, habe sich aber in häusliche Isolation begeben. Zudem seien bereits drei engere Kontaktpersonen ermittelt worden, die sich ebenfalls in Quarantäne begeben hätten.

Bereits nach ihrer Landung in Frankfurt hatte die Betroffene einen Schnellltest gemacht, der positiv ausfiel. Anfang der Woche folgte ein PCR-Test, ebenfalls mit positivem Befund. Die Abstrichprobe sei an das zuständige Labor der Berliner Charité gesandt worden, hieß es vom Ministerium weiter. Die Untersuchung habe ergeben, dass es sich um die mutierte Corona-Variante B 1.1.7. handele. Die Frau habe bislang aber nur milde Krankheitssymptome entwickelt.

Mutation soll deutlich ansteckender sein

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass in Großbritannien eine Mutation des Virus aufgetreten ist, die sich vor allem in London und in Südostengland ausgebreitet hat. Die Variante soll bis zu 70 Prozent ansteckender sein als der bislang bekannte Erreger. Mehrere Länder, darunter auch Deutschland, hatten daraufhin ihre Reiseverbindungen nach Großbritannien gestoppt. Frankreich kappte zudem den Frachtverkehr, woraufhin sich auf britischer Seite des Ärmelkanals Staus Tausender Lkw bildeten. Inzwischen wurden die Reisebeschränkungen aber wieder aufgehoben. Frankreich setzt aber einen negativen Corona-Test für die Einreise voraus.

Die Pharmakonzerne Biontech und Pfizer, die den ersten in der EU zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelt haben, gehen aber davon aus, dass ihr Vakzin auch bei der Mutation anschlägt. Auch das Robert Koch-Institut schätzt den Impfstoff als wirksam gegen den mutierten Erreger ein. In der EU, auch in Deutschland, sollen am Sonntag die ersten Impfungen verabreicht werden.

Auch Mutation aus Südafrika in Großbritannien aufgetreten

Gestern gab der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bekannt, dass inzwischen eine weitere Corona-Mutation in Großbritannien aufgetreten sei. Sie sei bei zwei Personen nachgewiesen worden, die aus Südafrika eingereist seien. Sie trägt die Bezeichnung 501.V2. Diese Variante soll sich sogar noch schneller übertragen als die zuvor aufgetretene Mutation B1.1.7.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Dezember 2020 um 17:00 Uhr.