Drei Polizisten gehen durch das Terminal 1 am Flughafen.  | dpa

Corona-Pandemie Schärfere Kontrollen für Einreisende

Stand: 24.01.2021 12:25 Uhr

Die Bundespolizei am Flughafen Frankfurt intensiviert von heute an die Kontrollen bei Flügen aus Hochrisikogebieten. Überprüft werden vor allem die Einreiseanmeldungen und der Nachweis über einen aktuellen, negativen Corona-Test.

Für mehr als 20 Länder mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen gelten seit Mitternacht strengere Regeln bei der Einreise nach Deutschland. Die Bundespolizei verschärfte unter anderem die Kontrollen am Frankfurter Flughafen. Vor allem Flüge aus sogenannten Hochrisikogebieten würden "konsequent kontrolliert", teilte die Bundespolizei mit.

Direkt am Flugzeug und noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle werde geprüft, ob die Passagiere einen aktuellen, negativen Corona-Test vorlegen könnten und die Einreiseanmeldungen ausgefüllt hätten. In Frankfurt sollen heute davon voraussichtlich 17 Flüge aus fünf Ländern betroffen sein. Alle Maßnahmen werden laut Bundespolizei in enger Abstimmung mit den Gesundheitsämtern, der Landespolizei Hessen sowie dem Flughafenbetreiber und den betreffenden Airlines vorgenommen.

Auch am Flughafen München mobilisiert die Bundespolizei Beamte, um alle landenden Passagiere überprüfen zu können. Etwa 15 Flüge vor allem aus Spanien und Portugal würden genauer kontrolliert, wie ein Sprecher sagte. Die dortige Bundespolizei überprüft die Passagiere nach eigenen Angaben stichprobenartig direkt am Flugzeug. Dazu sei auch mehr Personal im Einsatz. Mit den zusätzlichen Maßnahmen sollen laut Bundespolizei Reisende identifiziert werden, die umgehend in Quarantäne geschickt werden müssen.

Deutlich mehr Länder als Hochrisikogebiete eingestuft

Die Bundesregierung hatte zuvor zum Schutz vor der Einschleppung von neuen Corona-Fällen nach Deutschland deutlich mehr Länder als bisher als Hochrisikogebiete eingestuft. Neu ist vor allem die Listung von Ländern, in denen die sogenannte 7-Tages-Inzidenz über 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche liegt (Deutschland derzeit: 111,1). Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden.

In die ab heute geltende Kategorie fallen laut Robert Koch-Institut (RKI) Spanien, Portugal, die USA, Tschechien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Kosovo, Nordmazedonien, Estland, Lettland, Litauen, Iran, Israel, Libanon, die Vereinigten Arabischen Emirate, Mexiko, Panama, Kolumbien, Bolivien, Ägypten, Albanien und Andorra. Wer von dort einreisen will, muss an der Grenze einen negativen Corona-Test vorweisen können. Die strengen Regeln gelten auch für Gebiete, in denen hochansteckende Varianten des Coronavirus aufgetreten sind. Bisher fallen Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien in diese Kategorie.

Alle Einreisenden aus diesen Ländern müssen bereits vor dem Abflug nach Deutschland einen Corona-Test machen und dürfen nur mit dem Nachweis eines aktuellen Negativ-Ergebnisses nach Deutschland einreisen. Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flug- und Seehäfen systematisch kontrolliert. An den Landgrenzen zu anderen EU-Staaten, an denen es keine Grenzkontrollen gibt, sollen Einreisende stichprobenartig und verdachtsunabhängig überprüft werden.

Reisende aus Ländern oder Regionen über einem Inzidenzwert von 50 müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen. Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten ist die Testpflicht höchstens 48 Stunden vor Einreise. Für alle drei Kategorien gilt, dass man sich vor der Einreise online unter einreiseanmeldung.de anmelden muss.

Sonderregelung für Einreise von Pendlern aus Tschechien in Kraft

Sachsen reagierte nach der Einstufung Tschechiens als Hochrisikogebiet mit einer Sonderregelung für einreisende Pendler: Das Bundesland verfügte für Grenzpendler Ausnahmen von der verschärften Testpflicht. Laut einer Allgemeinverfügung müssen sich Menschen, die zur Arbeit nach Sachsen einreisen, wöchentlich nur zweimal auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist auch erst nach der Einreise möglich, muss aber vor Arbeitsbeginn erfolgen. Für die Ausnahme müssen Betroffene bei der Einreise einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen können.

Begründet wurde der Schritt damit, dass viele Menschen aus Tschechien in Sachsen arbeiten - laut Staatskanzlei mehr als 10.000. Damit soll die "Funktionsfähigkeit" der Betriebe in der Grenzregion sichergestellt werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 23. Januar 2021 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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weingasi1 24.01.2021 • 12:18 Uhr

@von das ding um 09.56 Uhr

Mehr als 100.000e Existenzen sind bedroht, laesst man die Airlines zusammenbrechen. Es bleiben die Lines uebrig, die im Konkurrenzkampf des Warenverkehrs ueberleben. Wieviele waeren das wohl? Eine? Amazon der Leufte. Aber irgendwann ist der Virus Geschichte - und der Tourismus weltweit erstmal tot und eine halbe Industrie perdue. Es sei denn, man laesst sich als Paket versenden. Ich sag nicht, das ich es besser weiss. Ich sag nur das es komplizierter ist fuer die Verantworlichen. Genau. Das scheint aber vielen Foristen entweder total egal zu sein, oder sie denken garnicht so weit. Im übrigen blenden sie auch aus, dass Schliessungen, Kontrollen und Einschränkungen gerichtlich durchgehen, denn dass postwendend gegen solche Massnahmen geklagt würde, liegt auf der Hand. Ich halte mich an alle Massnahmen aber ein wenig Wirtschaftskraft sollte auch nach Corona noch vorhanden sein. Die ganzen Hilfen wollen auch bezahlt werden.