Der Airbus A310 der deutschen Luftwaffe mit den aus China ausgeflogenen Deutschen an Bord landet in Frankfurt am Main. | AFP

Evakuierung wegen Coronavirus Rückholflug ist in Frankfurt angekommen

Stand: 01.02.2020 23:57 Uhr

Der Airbus mit den aus China ausgeflogenen Deutschen ist in Frankfurt gelandet. Sie stehen nun 14 Tage lang unter Quarantäne. Eine Passagierin zeigt Symptome. Bayern meldet unterdessen den achten Fall einer Infektion.

Die Maschine der Luftwaffe mit 100 Deutschen an Bord, die aus der von dem Coronavirus besonders schwer betroffenen chinesischen Provinz Hubei ausgeflogen worden sind, ist in Frankfurt am Main gelandet. Die Ankunft hatte sich aufgrund einer unplanmäßigen Zwischenlandung in Helsinki verzögert.

Mit der Rückholaktion wurden nach Angaben von Hessens Sozialminister Kai Klose 100 deutsche Staatsbürger und 24 Angehörige anderer Staaten - 22 Chinesen, ein US-Bürger und ein Rumäne - in die Bundesrepublik gebracht. Laut Bundesgesundheitsministerium zählten zu den Passagieren auch 20 Kinder.

Eine Passagierin wird auf Virus geprüft

Nach der Landung wurden die Passagiere noch an Bord von medizinischem Personal befragt und untersucht. In einem in einem sogenannten Medical Assessment Center wurde im Anschluss eine zweite Untersuchung vorgenommen.

Behörden hatten zunächst bekannt gegeben, keiner der Reisenden zeige Symptome einer Erkrankung. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte vor der Landung betont: "Es kehren Gesunde zurück." Elf Passagiere wurden nach der Landung in die Frankfurter Uniklinik eingeliefert - unter ihnen eine Patientin, bei der eine Coronavirus-Erkrankung nicht ausgeschlossen werden kann. Bei den anderen Patienten lägen andere medizinische Ursachen vor, teilte Sozialminister Klose mit.

14 Tage Quarantäne geplant

Knapp vier Stunden nach der Landung verließen mehrere Busse mit Rückkehrern an Bord den Flughafen. Sie wurden in die Südpfalz-Kaserne nach Germersheim gebracht, wo sie unter ärztlich beaufsichtigter Quarantäne die Inkubationszeit von bis zu 14 Tagen verbringen sollen. Die gerade modernisierte Ausbildungskaserne auf dem Stützpunkt Germersheim liegt etwa 100 Kilometer vom Frankfurter Flughafen entfernt. Dort stehen für sie insgesamt 128 Zimmer bereit.

Die Reisenden stimmten laut Bundesgesundheitsministerium dieser Unterbringung zu. Rechtliche Grundlage dafür ist das Infektionsschutzgesetz. Um die Betreuung der Menschen werden sich 27 Freiwillige des Deutschen Roten Kreuzes kümmern.

Moskau verweigert Zwischenlandung

Der Flug war um etwa 02.20 Uhr Ortszeit in der chinesischen Metropole Wuhan gestartet. Eigentlich hatte der Airbus A310 in Moskau zwischenlanden sollen. Die russischen Behörden untersagten der Maschine jedoch, den Flughafen anzusteuern, teilte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Bonn mit.

Moskau habe dies offiziell mit mangelnden Kapazitäten am Flughafen erklärt, so Kramp-Karrenbauer. Das Verteidigungsministerium wolle mit dem Auswärtigen Amt klären, was mögliche weitere Gründe seien.

Statt in Moskau landete das Flugzeug in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Dort wurde die Maschine betankt und die Besatzung ausgewechselt.

Fast 12.000 Infizierte weltweit

Das Virus breitet sich weiter aus. Die Zahl der Infizierten in China stieg auf 11.791 Menschen. 294 Menschen starben an der Lungenkrankheit, wie die Gesundheitskommission berichtete.

Außerhalb der Volksrepublik wurden in rund 25 Ländern rund 150 Infektionen gezählt. Erstmals meldete Spanien eine Infektion: Betroffen sei ein Deutscher auf der Kanareninsel La Gomera, der mit einem der in Deutschland infizierten Patienten in Kontakt gewesen sein soll, teilte die Regierung mit.

In Deutschland steigt die Zahl der Infektionen auf acht. Bei dem neuen Fall gehe es um einen 33 Jahre alten Mann, teilte das bayerische Gesundheitsministerium mit. Er arbeitet, ebenso wie weitere sechs Infizierte in Bayern, beim Autozulieferer Webasto. Am Freitagabend hatten die Landesbehörden bekannt gegeben, dass sich auch ein Kind und dessen Vater mit dem Virus angesteckt hätten.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. Februar 2020 um 17:00 Uhr.

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Moderation 01.02.2020 • 21:23 Uhr

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