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Charité-Chef Kroemer "Sehr bald an der Grenze des Machbaren"

Stand: 10.12.2020 21:38 Uhr

Mit deutlichen Worten hat der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité vor einer Überlastung der Kliniken gewarnt. Freie Intensivbetten mit ausreichend Personal gebe es in Deutschland nicht mehr viele, sagte er in den tagesthemen.

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner Charité, Heyo Kroemer, hat eindringlich vor einer Überlastung der Krankenhäuser wegen der Corona-Pandemie gewarnt. "Wir sind schon sehr bald an der Grenze des Machbaren", sagte Kroemer in den tagesthemen. Von 442 Betten auf Intensivstationen der Charité seien bereits 129 mit Corona-Patienten belegt. Diese Patienten müssten sehr umfangreich betreut werden, etwa 70 Prozent von ihnen würden künstlich beatmet.

"Die Zahl der freien Intensivbetten, die in Deutschland häufig kommuniziert wird, suggeriert meines Erachtens einen falschen Tatbestand", so Kroemer. Ein Intensivbett könne nur dann als frei gelten, wenn genügend Ausrüstung und Personal für die Versorgung der Patientin oder des Patienten zur Verfügung stünden. Von solchen Intensivbetten gebe es jedoch "nicht mehr sehr viele freie in der Bundesrepublik".

Kroemer sagte, das Personal sei in einer Art und Weise belastet, wie es seines Erachtens nicht sehr lange durchgehalten werden könne. Viele Ärzte und Pfleger habe man von anderen Stationen abgezogen, um Corona-Patienten zu versorgen. Außerdem sei das Programm an sonstigen Operationen bereits auf 65 Prozent des Üblichen gekürzt worden.

Über dieses Thema berichten die tagesthemen am 10. Dezember 2020 um 22:15 Uhr.