Schleswig-Holstein, Sylt: Die Luftaufnahme  zeigt die Südspitze der Nordsee-Insel Sylt | Bildquelle: dpa

Coronavirus-Pandemie Schleswig-Holstein riegelt Inseln ab

Stand: 15.03.2020 18:23 Uhr

Schleswig-Holstein sperrt seine Nord- und Ostseeinseln für Touristen ab, um der Ausbreitung des Coronavirus entgegenzuwirken. Die Lufthansa will unterdessen in Urlaubsländern festsitzende Deutsche heimholen.

Als Reaktion auf das sich ausbreitende Coronavirus schottet Schleswig-Holstein seine Inseln ab. Ab Montagmorgen 8 Uhr ist der Zugang sowohl zu den Nord- als auch zu den Ostseeinseln für Touristen gesperrt, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther an.

Zu den betroffenen Inseln gehören Sylt, Amrum, Föhr, Fehmarn und die Halbinsel Nordstrand. Nur Anwohnern, die ihren ersten Wohnsitz auf den Inseln haben oder Beschäftigten, die auf den Inseln arbeiten, ist der Zugang noch gewährt.

Medizinische Versorgung für Inselbewohner sichern

Der schleswig-holsteinische Gesundheitsminister Heiner Garg begründete die Maßnahme vor allem damit, dass die Kapazitäten auf den Inseln für medizinische Versorgung der Bewohner gesichert sein müssten. Für die Versorgung einer großen Zahl von Touristen sei die dortige Intensivmedizin nicht ausgelegt.

Ministerpräsident Günther versicherte, die Versorgung der Inselbewohner werde sichergestellt.

Grenze zu Dänemark wird geschlossen

Als weitere Vorsichtsmaßnahme werde ebenfalls am Montagmorgen die Grenze zu Dänemark geschlossen so Günther weiter. Das habe ihm Bundesinnenminister Horst Seehofer in einem Telefonat zugesichert.

Sonderflüge für festsitzende Touristen

Zahlreiche Deutsche sitzen durch die strengen Beschränkungen, die weltweit immer mehr Länder anordnen, in ihren Urlaubsländern fest - in der Karibik oder auch in Marokko.

Die Lufthansa wurde eigenen Angaben zufolge daher von mehreren Reedereien und Touristikunternehmen damit beauftragt, die betroffenen Urlauber nach Deutschland zurückzubringen.

Dafür sieht die Airline 15 Sonderflüge vor, auf denen bis zu 4000 Betroffene aus der Karibik, von den Kanaren und aus Mallorca in die Bundesrepublik gebracht werden sollen. Die Maschinen des Typs Boeing 747 oder Airbus A340 sollen voraussichtlich leer in die Urlaubsgebiete fliegen und dort von Teneriffa, Punta Cana, Barbados und Palma de Mallorca wieder Richtung Frankfurt am Main, Berlin und Hamburg starten. Bereits im Laufe des Tages sollten erste Rückkehrer aus diesen Gebieten in Deutschland ankommen.

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