Bundesfamilienministerin Anne Spiegel bei ihrem Besuch der Impfstraße für Kinder im Impfstützpunkt Rhein-Neckar | dpa

Familienministerin Spiegel Kindeswohl bedenken - und weiter testen

Stand: 18.02.2022 11:47 Uhr

Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen sind in der Pandemie immer wieder geschlossen. Das müsse vermieden werden, so der Corona-Expertenrat. Familienministerin Spiegel will daher an regelmäßigen Tests für Kinder und Jugendliche festhalten.

Nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel sollten Kinder und Jugendliche weiterhin regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. Um sie "bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, muss weiter regelmäßig und verbindlich getestet werden", sagte die Grünen-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa.

Dessen ungeachtet stimme sie der Empfehlung des Expertenrats der Bundesregierung uneingeschränkt zu, dass Schulen, Kitas und außerschulische Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche offen bleiben müssten.

Expertenrat sieht Priorität für Kindeswohl

Der Corona-Expertenrat hatte am Donnerstag in einer Stellungnahme gefordert, den Betrieb von Schulen, Kitas und anderen Einrichtungen für Kinder und Jugendliche so sicher wie möglich zu gestalten und eine Schließung "allenfalls als ultima ratio in Betracht zu ziehen". Zugangsbeschränkungen, die einen Großteil der Kinder und Jugendlichen vom Besuch altersgerechter Freizeitangebote ausschlössen, müssten auf Bundes- und Länderebene entfallen, soweit es die pandemische Lage erlaube. "Die aktuellen Regelungen für Kinder und Jugendliche unterscheiden sich drastisch und scheinbar willkürlich zwischen den Bundesländern." Die Länder sollten die Regeln einheitlich und nach dem Prinzip der maximal möglichen Teilhabe gestalten.

Dem Wohl von Kindern in der Pandemie müsse eine hohe Priorität eingeräumt werden; sie seien stark belastet. Als besonders schwerwiegend wird die sogenannte sekundäre Krankheitslast durch psychische und physische Erkrankungen bezeichnet. Diese wird ausgelöst etwa durch Lockdown-Maßnahmen, Belastungen in der Familie wie Angst, Krankheit, Tod oder Existenzverlust, Verlust an sozialer Teilhabe oder an Planungssicherheit. Kinder müssten vor Infektionen und vor Erkrankungen infolge der Pandemie gleichermaßen geschützt werden, so der Expertenrat.

Zudem forderte der Rat unter anderem nachhaltige staatliche Förderprogramme, um nachteilige Effekte von Pandemie-Maßnahmen auf Kinder und Jugendliche zu kompensieren.

"Wir schulden es den Kindern und Jugendlichen"

Spiegel betonte, der Expertenrat habe ein extrem wichtiges Thema aufgegriffen und weise zu Recht darauf hin, dass die gesamte Gesellschaft den verantwortungsvollen Umgang mit Kindern und Jugendlichen in der Pandemie in den Mittelpunkt ihres Handelns stellen müsse.

"Wir schulden es den Kindern und Jugendlichen, die Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen für alle jungen Menschen nachhaltig zu verbessern." Die Stellungnahme gebe wichtige Impulse, die man aufgreifen werde.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 18. Februar 2022 um 12:26 Uhr.