Bundespolizisten kontrollieren einen Autofahrer an der Grenze zwischen Bayern und Österreich. | dpa

Kampf gegen Pandemie Grenzkontrollen zu Tschechien verlängert

Stand: 30.03.2021 12:47 Uhr

Aus Tirol kann man ab heute wieder ohne Kontrolle einreisen, an der tschechischen Grenze werden die Grenzkontrollen hingegen verlängert. Strengere Einreise-Regeln gelten für beide Länder aber noch bis nach Ostern.

Seit dem Wochenende sind Tirol und Tschechien keine Virusvariantengebiete mehr. Als Folge wurden die Kontrollen an der Grenze zu dem österreichischen Bundesland bereits beendet, wie Bundesinnenminister Horst Seehofer mitteilte. An der Grenze zu Tschechien sollen Einreisende aber auch in den kommenden zwei Wochen kontrolliert werden.

Seit der Nacht von Samstag auf Sonntag zählt Tirol nur noch als einfaches Risikogebiet. Die Risikoeinschätzung in Bezug auf die Ausbreitung des Coronavirus in Ländern und Regionen nehmen das Robert Koch-Institut, das Bundesinnen- sowie das Bundesgesundheitsministerium und das Auswärtige Amt in gemeinsamer Abstimmung vor.

Mit der neuen Bewertung fallen sowohl Einreisesperren als auch das Beförderungsverbot für Bus und Bahn weg. Die Kontrollen an der Grenze zu Tirol sollten ursprünglich noch bis Mitternacht laufen, wurden laut Seehofer aber bereits im Laufe des Tages eingestellt.

Strengere Test- und Quarantänepflicht noch bis nach Ostern

Die Testpflicht bei der Einreise nach Deutschland bleibe aber vorerst bestehen, ebenso wie die 14-tägige Quarantäne nach der Einreise. Diese beiden Regelungen sollen erst nach Ostern gestrichen werden. Diese Bestimmungen gelten für Reisende, die sich innerhalb der vergangenen zehn Tage in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben, also in einer Region, in der viele Infektionen mit einer Mutation des Coronavirus registriert werden. Durch das spätere Kippen der beiden Vorsichtsmaßnahmen soll verhindert werden, dass sich die Mutationen noch stärker in Deutschland ausbreiten.

Sind die beiden strikteren Regelungen außer Kraft, müssen sich Einreisende aus Tirol trotzdem noch digital registrieren und sich spätestens 48 Stunden nach der Einreise testen lassen.

Infektionszahlen im tschechischen Grenzgebiet zu hoch

Seehofer betonte, dass die Infektionszahlen gerade im tschechischen Grenzgebiet noch viel zu hoch seien. Das Land gilt nun als Hochinzidenzgebiet, also als Risikogebiet mit besonders hohen Fallzahlen. Darum sollen die stationären Kontrollen an der Grenze zu Deutschland nochmals um 14 Tage verlängert werden. Ebenso wie bei Tirol sollen auch für die Einreise aus Tschechien bis nach Ostern eine strengere Testpflicht und eine zweiwöchige Quarantäne gelten.

Die Bundespolizei soll vor allem vor und nach Ostern auch an Grenzen kontrollieren, an denen eigentlich keine stationären Kontrollen angeordnet sind, teilte Seehofer weiter mit. So müssten auch Einreisende aus beispielsweise Dänemark, Frankreich oder Polen mit Kontrollen rechnen. Die Polizei der betroffenen Bundesländer solle die Bundespolizei bei dieser Aufgabe unterstützen.

Mit Blick auf die Debatte um Auslandsreisen bestätigte Seehofer, dass es ein generelles Ausreiseverbot nicht geben werde. Das sei verfassungsrechtlich nicht umzusetzen, da mit einem solchen Schritt "hohe rechtliche Hürden" verbunden seien. Trotzdem rief der CSU-Politiker dazu auf, derzeit von Urlaubsreisen abzusehen.

Seit heute gelten für die Einreise per Flugzeug nach Deutschland strengere Auflagen: Rückkehrer müssen einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 30. März 2021 um 12:01 Uhr.