Ein Schild mit der Aufschrift Maskenpflicht in der  Innenstadt von Dresden | dpa

RKI registriert 549 neue Fälle Erstmals wieder unter 1000 Neuinfektionen

Stand: 14.06.2021 08:34 Uhr

549 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden und eine Inzidenz von 16,6 - mit den sinkenden Zahlen werden die Rufe nach einem Ende der Maskenpflicht lauter. Auch Gesundheitsminister Spahn hält das für den richtigen Weg.

Erstmals seit mehr als acht Monaten haben die Gesundheitsämter in Deutschland weniger als 1000 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. So registrierte das RKI bis zum frühen Morgen 549 neue Fälle. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich - an Wochenenden wird weniger getestet und übermittelt.

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 21. September mit 922 dreistellig. Vor einer Woche hatte der Wert bei 1117 Ansteckungen gelegen.

Sieben-Tage-Inzidenz bei 16,6

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - gab das RKI mit bundesweit 16,6 an (Vortag: 17,3). Vor einer Woche lag sie bei 24,3. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen.

Mit den stetig sinkenden Fallzahlen bei gleichzeitig steigender Impfquote hat auch die Debatte um ein Ende der Maskenpflicht an Fahrt aufgenommen. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hatte die Länder am Wochenende dazu aufgerufen, die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Maskenpflicht zu klären. Besonders für Schüler, die Masken stundenlang im Unterricht tragen müssen, sei dies eine Belastung, hatte sie der "Bild am Sonntag" gesagt. Von FDP und AfD kamen Forderungen nach einer kompletten Aufhebung. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt halten dies draußen für möglich, nicht aber in Innenräumen. "Ich kann mir gut vorstellen, dass wir die Maskenpflicht da, wo sie überhaupt noch besteht draußen, entfallen lassen", sagte Dobrindt im ZDF. Für Innenräume rate er zur Vorsicht.

Lauterbach sagte im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF, im Außenbereich - etwa in Fußgängerzonen - wo Abstände eingehalten werden können, könne auf Masken verzichtet werden. Anders sei die Lage in Innenräumen - hier sei eine Maskenpflicht nach wie vor sinnvoll. Erst wenn 70 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft sei, könne auf Masken in Innenräumen verzichtet werden. Ausnahmen müsse es weiter geben - etwa bei Großveranstaltungen im Innenbereich.

Der SPD-Politiker sprach sich im Gegensatz zu seiner Parteikollegin Lambrecht dagegen aus, die Maskenpflicht auch an den Schulen fallen zu lassen. Zum jetzigen Zeitpunkt und mit Blick auf die im Durchschnitt noch zweistellige Inzidenz würde er die Maskenpflicht kurz vor dem Beginn der Sommerferien beibehalten.

Spahn für stufenweise Lockerung der Maskenpflicht

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach sich für eine stufenweise Aufhebung der Maskenpflicht aus. Den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte er, in einem ersten Schritt könne die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen. In Regionen mit sehr niedriger Inzidenz und einer hohen Impfquote könne die Pflicht nach und nach auch drinnen entfallen. "Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske - besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen", betonte der CDU-Politiker.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.715.518 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 22 Tote.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.580.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.844 angegeben.

Über dieses Thema berichtete am 14. Juni 2021 Deutschlandfunk um 07:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 09:00 Uhr.