Helge Braun | Bildquelle: AFP

Warn-App präsentiert "Großer Schritt bei Corona-Bekämpfung"

Stand: 16.06.2020 12:28 Uhr

Nach Monaten der Entwicklung steht die Corona-Warn-App nun zum Download bereit. Kanzleramtsminister Braun sparte nicht mit Lob. Gesundheitsminister Spahn pocht aber weiter auf Hygieneregeln als Mittel der Virus-Bekämpfung.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) hält die deutsche Corona-Warn-App für international wegweisend. "Das ist nicht die erste Corona-App weltweit, die vorgestellt wird, aber ich bin ziemlich überzeugt: Es ist die beste", sagte Braun bei ihrer Präsentation. Sie herunterzuladen und zu nutzen, sei für jeden ein kleiner Schritt, "aber ein großer Schritt für die Pandemie-Bekämpfung".

Braun stellte heraus, dass mit der dezentralen Technik besonderer Wert auf Datensparsamkeit und -sicherheit gelegt worden sei. Da die Nutzung "absolut freiwillig" sei, sei es wichtig gewesen, ein größtmögliches Vertrauen zu schaffen.

Nachricht  bei positivem Corona-Test

Braun stellte die App gemeinsam mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Innenminister Horst Seehofer (CSU) sowie Vertretern des Robert Koch-Instituts und des Software-Entwicklers SAP offiziell vor. Das Programm kann seit der Nacht auf Smartphones installiert werden.

Mit der Tracing-App will die Bundesregierung die Infektionsketten des Coronavirus besser erkennen und dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Virus nicht wieder stark ansteigt. Das Programm kann messen, ob sich Handynutzer über eine längere Zeit näher als etwa zwei Meter gekommen sind. Ist ein Nutzer positiv getestet worden und hat dies in der App geteilt, meldet sie anderen Anwendern, dass sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Dann kann man sich testen lassen.

"Höchste Ansprüche an Datenschutz"

Die App kommt nach Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) passend zur jetzigen Phase weiterer Corona-Lockerungen. Doch er schränkte zugleich ein, dass sie kein Allheilmittel und kein Freifahrtschein sei. Es bleibe weiterhin wichtig, Abstand zu halten und in bestimmten Situationen Alltagsmasken zu tragen, sagte er. Die neue Anwendung könne helfen, Kontaktpersonen schneller zu warnen - dabei sei jede Stunde ein Gewinn. Dies sei nun auch wichtig, um die momentan günstige Entwicklung der Infektionszahlen zu erhalten.

"Die Qualität der App ist auf einem sehr hohen Niveau, und damit erfüllt die App auch höchste Ansprüche, was den Datenschutz angeht", verteidigte Innenminister Seehofer auf der Pressekonferenz das Programm gegen Kritiker.

Als sensibler Punkt gilt vor allem die Hotline für Infektionsmeldungen. Nutzer sollen zusammen mit einem positiven Testergebnis einen QR-Code erhalten, den sie mit der App einscannen können. So können sie bestätigen, dass sie tatsächlich infiziert sind. Doch viele Labore sind nicht darauf vorbereitet, diese QR-Codes sicher genug zu erzeugen.

Vorstellung der Corona-App
tagesthemen 22:15 Uhr, 16.06.2020, Christian Feld, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Grüne bestehen auf Gesetz

Trotz des Lobes der Bundesregierung für die eigene Arbeit, beharren die Grünen im Bundestag darauf, den Einsatz der App per Gesetz zu regeln. "Wir hoffen, dass Millionen von Menschen die App jetzt runterladen", sagte Fraktionsvize Konstantin von Notz. "Aber wir glauben, wenn man ein so relevantes Ding ausrollt, dass man dann die rechtlichen Fragen in einem Gesetz geklärt haben muss."

Die Fraktion der Grünen will am Nachmittag einen entsprechenden Gesetzentwurf beschließen. Dort wird die App als "ein sinnvoller Baustein zur Eindämmung und Bekämpfung der Covid-19-Pandemie" bezeichnet. Freiwilligkeit verlange nicht nur Freiheit von staatlichem Zwang, sondern auch Freiheit von faktischem Zwang zur Nutzung und Offenbarung von Daten aus der App-Nutzung.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Juni 2020 um 22:15 Uhr.

Darstellung: