Auf einen Handydisplay ist der Schriftzug "Corona-App" zu sehen | Bildquelle: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/Shutter

Infektionsschutz Corona-Warn-App zum Download bereit

Stand: 16.06.2020 06:56 Uhr

Die offizielle deutsche Warn-App für den Kampf gegen das Coronavirus ist nun verfügbar. Sie soll das Nachverfolgen von Infektionen erleichtern. Das Herunterladen ist freiwillig.

Wochenlang war die offizielle Corona-Warn-App entwickelt und getestet worden - jetzt ist sie zum Download bereit und zur Benutzung freigeschaltet. Die Nutzung ist freiwillig.

Am Vormittag wird sie in Berlin auf einer Pressekonferenz, an der unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesinnenminister Horst Seehofer, Vertreter des Robert Koch-Instituts und des Software-Entwicklers SAP teilnehmen, offiziell vorgestellt.

In den App-Stores von Google und Apple steht die Anwendung aber bereits seit der Nacht zur Verfügung. Nutzer klagten in sozialen Medien kurz nach dem Start über Verzögerungen bei der Verfügbarkeit der App sowie über Probleme beim Herunterladen.

Benachrichtigung bei positivem Corona-Test

Die App soll Nutzer benachrichtigen, wenn sie sich in der Nähe von Corona-Infizierten aufgehalten haben. Dadurch sollen Infektionsketten besser nachvollziehbar werden und die Ausbreitung des Virus eingedämmt werden. Dazu misst die App über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Dabei werden stoßweise alle zweieinhalb bis fünf Minuten anonymisierte Identifikationsnummern übertragen. Der Ort der Begegnung wird dabei nicht erfasst.

Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und diese Information in der App geteilt, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

"So sicher, wie sie nur sein kann"

Die Entwicklung der App verzögerte sich aus datenschutzrechtlichen Erwägungen. Kanzleramtsminister Helge Braun beschwor die Sicherheit der jetzt verfügbaren Anwendung: "Diese App ist so sicher, wie sie nur sein kann", sagte der CDU-Politiker dem Portal t-online.de. Der Quellcode sei offengelegt worden, ein höheres Maß an Transparenz könne man "kaum leisten".

Die Regierung wies Forderungen aus der Opposition zurück, Regelungen zur Freiwilligkeit und zum Datenschutz in einem eigenen Gesetz festzuschreiben. In der Datenschutzgrundverordnung sei alles Notwendige geregelt, argumentierte etwa Gesundheitsminister Spahn. Er will sich nicht darauf festlegen, ab wieviel Nutzern die neue Corona-App als Erfolg gewertet werden könnte. "Jeder, der die App runterlädt, jeder, der Freunde, das Umfeld animiert, das auch zu tun, der macht schon einen Unterschied", sagte Spahn im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF.

Wenn vor allem die Menschen, die etwa im öffentlichen Nahverkehr viel unterwegs seien, die App nutzen würden, dann mache dies bereits "Qualitativ einen Unterschied" beim Bemühen, Infektionsketten zu unterbrechen. Der Kampf gegen das Virus sein "ein Teamspiel", sagte der Minister.

Lambrecht empfiehlt App auch für Minderjährige

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht empfiehlt die neue Corona-Warn-App auch für Kinder und Jugendliche. Aus ihrer Sicht sei die Anwendung für Kinder genauso ratsam wie für Erwachsene, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Einwilligung in die Nutzung der App könnten Personen ab 16 Jahren selber erteilen, bei allen jüngeren Personen brauche es die Einwilligung eines Elternteils, erklärte Lambrecht.

Die Entscheidung darüber, ob die App auch auf Smartphones von Kindern installiert werde, müsse allerdings am Ende jede Familie selbst treffen - wichtig sei in jedem Fall, sie nur aus den offiziellen App-Stores herunterzuladen.

Corona Warn App: Bundesministerin Lambrecht mahnt zu Sorgfalt
Alfred Schmit, ARD Berlin
16.06.2020 06:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juni 2020 um 09:00 Uhr.

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