Eintrittskarte

Abgesagte Veranstaltungen Gutscheine statt Geld zurück

Stand: 02.04.2020 16:30 Uhr

Gutschein statt Geld zurück: Wer Konzert- oder Fußballkarten hat, die Veranstaltung aber wegen Corona ausfällt, bekommt möglicherweise nicht den Kaufpreis zurück. Denn die Bundesregierung will Veranstalter entlasten.

Die Bundesregierung will Kultur- und Sportveranstalter bei den Erstattungsregelungen für Tickets entlasten. Wenn ein Event aufgrund der Corona-Pandemie ausfällt, sollen die Veranstalter ihren Kunden statt einer Rückzahlung des Ticketpreises auch einen Gutschein anbieten können. Das Corona-Kabinett der Regierung forderte das Justizressort auf, einen entsprechenden Gesetzentwurf zu formulieren.

Gutscheine bis Ende 2021 gültig

Voraussetzungen: Gutscheine müssen bis Ende 2021 gültig sein. Die Neuregelung soll zudem eine Härtefallklausel enthalten, wenn die Nutzung des Gutscheins nicht zumutbar ist. Außerdem sollen die Veranstalter verpflichtet werden, doch den Ticketpreis zurückzuerstatten, wenn der Gutschein bis Ende kommenden Jahres nicht eingelöst wurde. Die Regelung soll sämtliche Tickets für Konzerte, Sportveranstaltungen, Lesungen oder Vorträge betreffen, die vor dem 8. März gekauft wurden.

Ziel der Pläne: Liquiditätsengpässe bei den Veranstaltern sollen vermieden werden. Bei vielen Agenturen gehen zurzeit viele Rückforderungen wegen abgesagter Veranstaltungen ein.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters sieht in der angestrebten Gutscheinlösung einen sinnvollen Kompromiss. "Dieser Weg nimmt die Veranstalter wie auch ihre Besucher gleichermaßen in den Blick", sagte die CDU-Politikerin. "Die Aussicht auf ein kulturelles Erlebnis bleibt genauso erhalten wie dem Veranstalter echte Härten erspart werden." Auch der Deutsche Kulturrat begrüßte die geplante Gutscheinlösung. Das sei ein wichtiger Akt der Nothilfe, sagte Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Viele Veranstalter hätten bereits in Eigenregie solche Gutscheinlösungen auf freiwilliger Basis auf den Weg gebracht.

Ähnliche Handhabung bei Reisen?

Ähnliche Regelungen empfiehlt die Regierung auch für die Rückerstattung des Preises gebuchter Pauschalreisen sowie von Flugtickets. Das ist allerdings Sache der EU. Die zuständigen Bundesministerien für Finanzen, Wirtschaft und Justiz haben bereits nach Brüssel geschrieben und darum gebeten, für eine einheitliche Regelung zu sorgen.

Fluglinien und Veranstalter von Pauschalreisen sind grundsätzlich zu schnellen Erstattungen verpflichtet, wenn etwas wegen einer Pandemie abgesagt wird. Bei Reisen gilt eine Frist von 14 Tagen, die Kosten für stornierte Flüge müssen sogar innerhalb einer Woche zurückgezahlt werden. In der Corona-Krise stecken allerdings viele Reiseveranstalter in enormen finanziellen Schwierigkeiten und konnten die Fristen deshalb nicht einhalten.

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