Mehrere Särge mit Verstorbenen stehen vor der Einäscherung im Andachtsraum des Krematorims im sächsischen Meißen. | dpa

Corona-Pandemie Viel mehr Sterbefälle als sonst

Stand: 08.01.2021 15:19 Uhr

In der zweiten Dezemberwoche sind in Deutschland mehr Menschen gestorben als sonst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Zahlen mehr als 20 Prozent über dem Durchschnitt. Besonders viele Todesfälle gab es in Sachsen.

Zum Jahresende ist die Zahl der Verstorbenen in Deutschland weiter angestiegen. Allein in der zweiten Dezemberwoche waren er 23 Prozent mehr als in den Vorjahren. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes starben vom 7. bis zum 13. Dezember mindestens 22.897 Menschen. Das waren fast 4300 Sterbefälle mehr als in den Jahren 2016 bis 2019. Die Zahlen gehen aus einer Sonderauswertung der vorläufigen Sterbefallzahlen hervor, die aktuell bis zur 50. Kalenderwoche zur Verfügung stehen.

Auffällige Entwicklung in Sachsen

Besonders auffällig sei die Entwicklung weiterhin in Sachsen, das stark von Corona betroffen ist. In der 50. Kalenderwoche lag die Zahl dort 88 Prozent beziehungsweise 970 Fälle über dem Durchschnitt der Vorjahre. Aus Brandenburg sei eine Zunahme um 34 Prozent (211 Fälle) und aus Thüringen um 35 Prozent (204 Fälle) gemeldet worden.

Bereits im November hatte die Sterberate in Deutschland über dem Durchschnitt gelegen. Nach Angaben des Bundesamtes starben elf Prozent mehr Menschen als im Monatsschnitt der vier Vorjahre.

Zahl der Corona-Todesfälle steigt

Laut Robert Koch-Institut (RKI) steigt die Zahl der bestätigten Corona-Todesfälle seit Anfang Oktober deutlich an. Demnach starben in der 50. Kalenderwoche bundesweit 3595 Corona-Infizierte. Das entspricht 598 Fällen mehr als in der Woche zuvor.

Nach einer Erhebung des des ifo-Instituts gab es in der 50. Kalenderwoche in der Corona-Pandemie einen Anstieg der Sterblichkeit in den Altersgruppen 60 bis 79 sowie 80 und höher. Demnach waren fast 70 Prozent der Corona-Toten 80 Jahre oder älter, fast 30 Prozent kamen aus der Gruppe der 60- bis 79-Jährigen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Januar 2021 um 15:16 Uhr.