Ein Mann hält eine Packung Corona-Selbsttests von Aldi in der Hand | dpa

Verkaufsstart bei Discountern Ansturm auf Corona-Selbsttests

Stand: 06.03.2021 13:41 Uhr

Seit heute gibt es Selbsttests bei den ersten Discountern zu kaufen. Doch die Nachfrage ist so groß, dass diese schon nach kurzer Zeit ausverkauft waren. Unterdessen gibt es weiter Streit um die Teststrategie des Bundes.

Der Verkaufsstart von Corona-Tests für den privaten Gebrauch bei Discountern ist bei Verbraucherinnen und Verbrauchern auf enormes Interesse gestoßen.

"Die Selbsttests waren aufgrund der hohen Nachfrage in vielen unserer Filialen bereits nach kurzer Zeit ausverkauft", teilte ein Specher von Aldi Nord mit. Von Aldi Süd hieß es ebenfalls, dass die Tests bereits am Vormittag in den meisten Filialen "erwartungsgemäß ausverkauft" gewesen seien.  "Hierfür bitten wir unsere Kunden um Verständnis", erklärte eine Aldi-Süd-Sprecherin. Die gute Nachricht sei aber, dass bereits weitere Ware unterwegs sei und schon in der kommenden Woche Nachschub kommen werde.

Vom Interesse "in dieser Intensität" überrascht

"Wir sind stolz darauf, als erste Händler Corona-Selbsttests anbieten zu können, gleichzeitig hat uns das Interesse in dieser Intensität doch überrascht", fügte sie hinzu.

Auch Aldi Nord erklärte, dass die Märkte "in den nächsten Tagen" mit neuen Selbsttests beliefert würden. "Daran arbeiten wir mit Hochdruck und setzen dabei auf die Lieferfähigkeit unserer Partner", teilte der Sprecher mit.

Zugleich betonte er, dass es dem Unternehmen wichtig gewesen sei, auch angesichts der im Vorfeld erwarteten großen Nachfrage nicht mit dem Verkauf zu warten. "Die Selbsttests sind ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung der Pandemie und wir möchten alles uns Mögliche tun, um dabei zu unterstützen", erläuterte er. Aldi hatte die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt.

Lidl-Onlineshop überlastet

Lidl startete zunächst den Verkauf von Selbsttests in seinem Onlineshop. Allerdings hatte der Discounter ebenfalls mit dem großen Andrang zu kämpfen. So war der Onlineshop am Morgen auch nach mehrfachen Versuchen nicht zu erreichen oder der Bestellvorgang wurde abgebrochen.

"Aufgrund des aktuell hohen Besucheraufkommens in unserem Onlineshop sind die Zugriffe teilweise kurzzeitig eingeschränkt", erklärte das Unternehmen gegenüber tagesschau.de. 

Die Tests über lidl.de sind "versandkostenfrei für 21,99 Euro pro 5er-Packung für den privaten Gebrauch" erhältlich. "In Kürze" will das Unternehmen Corona-Schnelltests zudem in allen Lidl-Filialen verkaufen. Weitere Discounter und Supermärkte wollen in den nächsten Tagen nachziehen. Ab Dienstag verkaufen auch die Drogerieketten Rossmann und dm Tests.

Debatte über Bereitstellung von Schnelltests

Unterdessen wird über die Bereitstellung von Schnelltests debattiert. Das Kanzleramt nimmt die Länder in die Pflicht. "Es war nie verabredet, dass der Bund für die Länder Schnelltests bestellt. Das ist die Aufgabe der Länder selbst", sagte Kanzleramtschef Helge Braun den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Der Bund bezahlt, aber er schafft nicht die Infrastruktur - und er schafft die Tests auch nicht an. Man kann sie am Markt jetzt kaufen." Auch die Testzentren müssten vor Ort entstehen.

Von CSU und Grünen gab es Kritik an der Teststrategie der Bundesregierung. CSU-Generalsekretär Markus Blume sagte der "Welt": "Tests sind die Brücke bis zum Impfangebot für alle. Aber leider sehen wir auch hier wieder: Es wurde zu spät, zu langsam, zu wenig bestellt. Man muss deutlich sagen, es sind wohl Fehler im Bundesgesundheitsministerium passiert. Jetzt muss endlich geliefert werden."

Grünen-Chefin Annalena Baerbock warf der Bundesregierung ein "Wegducken vor Verantwortung" vor. "Längst hätte sie eine Teststrategie vorlegen und viele Millionen Tests kaufen können, aber nach Monaten gründet sie jetzt erstmal eine Task Force", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Über dieses Thema berichtete am 06. März 2021 die tagesschau um 09:50 Uhr.