Hintergrund

Ein leeres Klassenzimmer | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Wo bleiben Schulen zu - und wie lange?

Stand: 14.03.2020 17:16 Uhr

Bundesweit werden wegen der Corona-Epidemie die Schulen vorerst geschlossen. Aber wie lange? Und was ist mit Kitas und Universitäten? Die Regelungen sind nicht einheitlich - ein Überblick.

Bayern: Im Freistaat bleiben Schulen, Kindergärten und Krippen ab Montag bis zum Ende der Osterferien geschlossen - also bis zum 18. April. Um die Härten für Eltern abzufangen verspricht die Regierung, ein Notdienst werde eingerichtet. Zudem gelten seit heute weitreichende Auflagen für den Besuch von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen. Auch werden die Semesterferien an Hochschulen um mehrere Wochen verlängert: Bis zum 20. April sind alle Lehrveranstaltungen abgesagt.

Baden-Württemberg schließt ab Dienstag alle Schulen und Kindertagesstätten bis zum Ende der Osterferien. Das teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit. Bei Hochschulen gilt die gleiche Regelung wie in Bayern.

Auch in Berlin stellen Schulen und Kitas von nächster Woche an stufenweise ihren Betrieb ein. Die Schließung soll am Montag mit den Oberstufenzentren beginnen. Ab Dienstag schließen dann alle Schulen und Kitas - zunächst bis zum Ende der Osterferien. Für Kinder von Menschen aus besonders wichtigen Berufsgruppen - also etwa Polizei oder Feuerwehr - soll es ein Notfallangebot geben.

Brandenburg: Offiziell wird es ab Mittwoch bis zum Ende der Osterferien an Schulen und Kitas keinen regulären Unterricht und keine reguläre Betreuung geben. In Einzelfällen können Schulen schon vor Mittwoch schließen.

Bremen schließt seine Schulen und Kitas von Montag an. An staatlichen Hochschulen wird es bis zum 18. April keine Lehrveranstaltungen geben. Die private Jacobs University will den Semesterbetrieb ab 23. März abhalten - mit Onlinekursen.

Hamburg macht die Schulen von Montag an dicht - zunächst bis zum 29. März. Außerdem wird der Regelbetrieb in den Kitas eingestellt. An den bevorstehenden Abiturprüfungen will der Senat derzeit aber festhalten. Der Beginn des Uni-Sommersemesters wird auf den 20. April verschoben.

Hessen: Hier gilt eine Sonderregel: Die Schulpflicht wird aufgehoben. Wie Ministerpräsident Volker Bouffier mitteilte, sollen die Schulen allerdings geöffnet bleiben. Jedoch gelte ab Montag keine Unterrichtsverpflichtung mehr bis zum 18. April.

Mecklenburg-Vorpommern: Die Landesregierung entschied als eine der letzten, den Entscheidungen anderer norddeutscher Bundesländer zu folgen und Schulen, Kitas und Uni bis zum 20. April flächendeckend zu schließen.

Niedersachsen: Ab dem 16. März bis zum 18. April findet an öffentlichen allgemein und berufsbildenden Schulen kein Unterricht statt. Ausnahmen wird für die Abiturienten geben. Diese sollen bereits ab dem 15. April wieder in die Schulen kommen. Auch Kitas bleiben bis einschließlich 18. April zu.

In Nordrhein-Westfalen werden alle Schulen bis zu den Osterferien geschlossen. Außerdem dürfen Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser grundsätzlich nicht mehr besucht werden. Kein Betreuungsangebot in sämtlichen Kindertageseinrichtungen bis zum 19. April.

In Rheinland-Pfalz bleiben die Schulen und Kindergärten ab Montag bis zum Ende der Osterferien am 18. April geschlossen. Für Lehrkräfte besteht weiterhin Dienst und Anwesenheitspflicht. Abitur-Prüfungen sollen aber wie geplant ab dem 16. März stattfinden - gegebenenfalls können sie um eine Woche verschoben werden. Förderschulen, an denen überwiegend Schülerinnen und Schüler mit komplexen Behinderungen unterrichtet werden, werden nicht geschlossen.

Saarland: Ab Montag bleiben hier die Schulen geschlossen. Die Prüfungstermine für zentrale Abschlussprüfungen sind aber grundsätzlich weiter gültig.

Sachsen stellt den Schulbetrieb im Freistaat in einem zweistufigen Verfahren ein. Der Plan sehe vor, dass ab Montag alle Eltern, die ihre Kinder selbst betreuen oder anderweitig eine Betreuung absichern können, ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken. Es bestehe dann keine Schulpflicht. Unterricht werde nicht erteilt. Die Schulen bleiben jedoch laut Kultusministerium geöffnet. Das Lehrpersonal sei anwesend, um die Betreuung für alle Schülerinnen und Schüler sicherzustellen. Eine Entscheidung, ab wann Schulen und Kindertagesstätten komplett bis zum 17. April geschlossen werden, werde im Laufe der kommenden Woche getroffen.

Auch Sachsen-Anhalt schließt von Montag an die Schulen Kitas im Land. Die Regelung gelte bis zum 13. April, teilte die Landesregierung in Magdeburg mit.

In Schleswig-Holstein bleiben Schulen und Kitas ebenfalls von Montag an geschlossen. Die Maßnahme soll bis zum 18. April gelten, wie Bildungsministerium und Gesundheitsministerium in Kiel mitteilten.

In Thüringen werden ebenfalls die Schulen und Kitas ab Dienstag bis zum 17. April geschlossen. Die Schulen werden aber eine Notbetreuung für Kinder 1. bis 6. Klasse zu den üblichen Unterrichtszeiten anbieten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. März 2020 um 14:00 Uhr.

Darstellung: