Schülerinnen und Schüler einer 5. Klasse eines Gymnasiums in Würzburg sitzen mit Mund-Nasen-Schutz im Klassenzimmer. | dpa

Beschluss der Kultusminister "Präsenzunterricht hat höchste Priorität"

Stand: 10.12.2021 17:08 Uhr

Alles tun, um Schulen und Hochschulen offenzuhalten: Das ist die Devise der Kultusminister nach ihren Beratungen zur aktuellen Corona-Lage. Dafür nehmen die Minister die Erwachsenen in die Pflicht.

Die Kultusministerinnen und -minister der Länder haben ihren Kurs für offene Schulen und Universitäten in der Corona-Pandemie bekräftigt. "Das Offenhalten der Schulen und Hochschulen hat weiterhin höchste Priorität, um das Recht der Kinder, Jugendlichen und jungen Menschen auf Bildung und Teilhabe zu gewährleisten", sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst.

In dem Beschluss heißt es: "Das Offenhalten der Schulen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe." Nach den umfangreichen Schulschließungen im letzten und vorletzten Schuljahr, "deren Last die junge Generation und ihre Familien zu schultern hatten", müssten nun Erwachsene Verantwortung übernehmen und die verschärften Regeln im öffentlichen Leben konsequent einhalten. "Wo notwendig, müssen weitere Kontakt- und Zugangsbeschränkungen für ungeimpfte Erwachsene einen zusätzlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten."

"Instrumentenkasten" für Universitäten

Auch mit Blick auf die Hochschulen haben sich die Kultusminister für eine Weiterführung des Präsenzsemesters ausgesprochen. "Die hohe Impfquote unter den Studentinnen und Studenten, die deutlich höher liegt als die der Gesamtbevölkerung, die hohe Disziplin bei der Einhaltung der Regeln auf dem Campus sowie ein ausdifferenzierter Instrumentenkasten an Infektions- und Hygienemaßnahmen sind Garanten für ein möglichst sicheres Studieren, Forschen und Lehren auf dem Campus."

Diese Maßnahmen könnten entsprechend der Lage vor Ort angepasst werden, um einen möglichst hohen Anteil an Präsenzlehre aufrechtzuerhalten. "Die Erhöhung der Impfquote bleibt jedoch die entscheidende Stellschraube zur Eindämmung der Pandemie. Länder und Hochschulen werden ihre Anstrengungen fortsetzen, Studierende auf das Impfangebot niederschwellig hinzuweisen", so die KMK.

Die KMK hatte am Vortag über die aktuelle Corona-Lage an den Schulen und Universitäten beraten. In der vergangenen Woche waren laut Daten aus den Ländern mehr als 100.000 Corona-Infektionen bei Schülerinnen und Schülern bekannt.

Lehrerverband: Schulschließungen nicht kategorisch ausschließen

Angesichts dieser dynamischen Lage an Schulen dürften Schulschließungen nach Meinung des Deutschen Lehrerverbands hingegen auch künftig "kein absolutes Tabu" sein. Vor dem Hintergrund der Omikron-Variante sei es "gefährlich, heute zu versprechen, dass es Schulschließungen nie wieder geben wird", sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit würde die Politik einen ähnlichen Fehler begehen wie mit dem generellen Ausschließen einer Impfpflicht. Omikron könne "leider dazu führen, dass wir doch wieder in den Wechselunterricht gehen müssen", sagte Meidinger. Gerade weil viele Kinder und Jugendliche noch keinen oder keinen ausreichenden Impfschutz hätten, müsse es möglich sein, "wieder auf sämtliche Instrumente der Pandemiebekämpfung an Schulen zurückzugreifen."

Der Lehrerverbandschef beklagte zugleich, dass die Schulen trotz aller politischen Ankündigungen noch immer "nicht umfassend auf Distanzunterricht vorbereitet" seien. "Gerade mal etwas mehr als 50 Prozent der Schulen sind aktuell an schnelles Internet angeschlossen", kritisierte er.

Der Virologe Christian Drosten hatte in den tagesthemen die Bedeutung von Kinderimpfungen zur Vermeidung von Schulschließungen unterstrichen. Er könne "wirklich nur raten, die Kinder impfen zu lassen", betonte der Leiter des Fachbereichs Virologie an der Berliner Charité - wegen des Schulbetriebs, aber auch mit Blick auf die eigene Gesundheit und mit einer "Vorsichtsüberlegung", falls es sich bewahrheiten sollte, dass die Erkrankungen bei Kindern durch die Omikron-Variante schwerer sind. Darauf deuteten derzeit Daten aus Südafrika hin. 

Termine der Sommerferien stehen fest

Die Minister haben außerdem den langfristigen Sommerferienkalender beschlossen. Die Termine der Sommerferien bis 2024 stehen fest. Nun kann bald auch für die Jahre 2025 bis 2030 geplant werden. Die Kultusminister haben sich nach langen Diskussionen auf die Ferientermine in diesem Zeitraum geeinigt. Details will die KMK am Wochenanfang bekanntgegeben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa erstrecken sich die Sommerferien je nach Jahr über jeweils 80 bis 87 Tage, starten frühestens am 18. Juni und enden spätestens am 15. September.

Beim Ferienanfang rotieren die Länder in Gruppen. Bayern und Baden-Württemberg machen dabei nicht mit und starten immer als letzte in die Ferien. Das sorgt im Norden regelmäßig für Unmut. Bayern und Baden-Württemberg bestätigten, dass es bei dieser Sommerferienregelung bleibt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Dezember 2021 um 11:00 Uhr.