Ein Mann lässt sich in einer Drive-in-Teststation in Hamburg auf das Coronavirus testen. | dpa

Coronavirus in Deutschland Erstmals mehr als 90.000 Neuinfektionen

Stand: 14.01.2022 07:23 Uhr

Die Inzidenz hat mit 470,6 einen neuen Höchststand erreicht. Mit 92.223 Fällen registrierte das RKI auch einen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Die Kliniken warnen vor Überlastung - denn die Omikron-Variante dominiert inzwischen auch hierzulande.

Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut (RKI) übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 90.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben 92.223 Fälle innerhalb von 24 Stunden. Erst am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 81.417 Fällen einen neuen Höchststand erreicht. Vor einer Woche waren 56.335 Neuinfektionen erfasst worden, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Auch die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 470,6 einen neuen Höchststand. Am Vortag hatte der Wert bei 427,7 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 303,4 (Vormonat: 375,0). Der bisherige Höchstwert war mit einer Inzidenz von 452,4 am 29. November 2021 erreicht worden.

Mehr als 7,8 Millionen Corona-Infektionen

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 286 weitere Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 264 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg somit auf 115.337.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.835.451 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen bezifferte das RKI mit 6.914.700.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt: die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Den Wert gab das RKI mit 3,09 an (Vortag: 3,13).

Omikron hat Delta verdrängt

Die Zahl der auf den Intensivstationen Behandelten ist erstmals seit Mitte November wieder knapp unter die 3000er-Marke gesunken, wie aus Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht. Experten sehen aber noch keinen Grund zur Entwarnung für die kommenden Wochen aufgrund der zu erwartende weiteren Ausbreitung der Omikron-Varinate des Coronavirus.

Wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht berichtete, ist die hochansteckende Omikron-Variante mittlerweile auch in Deutschland die dominante Variante des Coronavirus. Demnach betrug der Anteil an allen übermittelten Fällen in der ersten Kalenderwoche dieses Jahres 73,3 Prozent. In der vergangenen Woche lag der Omikron-Anteil noch bei 44,3 Prozent. Mit der Verbreitung der ansteckenderen Variante habe hierzulande die fünfte Welle der Pandemie begonnen, schreibt das RKI.

DKG erwartet starke Belastung von Normalstationen

Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, befürchtet angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen eine starke Belastung der Normalstationen in den Kliniken. "Die steigenden Infektionszahlen werden sich unweigerlich in den Krankenhäusern bemerkbar machen", sagte Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssten ihre Patientinnen und Patienten verstärkt ambulant behandeln, um zu vermeiden, dass Krankenhäuser überfordert werden, sagte Gaß. Die Krankenhäuser befürchten zudem, dass es mit der Omikron-Virusvariante zu mehr Personalausfällen kommen wird.

Bundesrat berät über neue Quarantäne-Regeln

Um wichtige Versorgungsbereiche vor allem der kritischen Infrastruktur am Laufen zu halten, auch wenn die Infiziertenzahlen stark steigen, hatten sich Bund und Länder auf verkürzte Quarantäne- und Isolationszeiten geeinigt. Demnach können sich Infizierte und Kontaktpersonen in der Regel nach sieben Tagen mittels PCR-Test oder zertifiziertem Schnelltest freitesten und die Frist damit um drei Tage verkürzen. Bundestag und Bundesrat beschlossen inzwischen die neuen Regeln. Letztlich umgesetzt werden sie dann von den Ländern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Januar 2022 um 04:57 Uhr.