Am Eingang eines Restaurants in Oldenburg hängt ein Schild, das zur Einhaltung der 2G-plus-Regel auffordert.  | dpa

Corona-Pandemie Fallzahlen sinken - wie lange noch?

Stand: 19.12.2021 06:56 Uhr

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland gehen weiter zurück. Noch, sagen Experten. Sie erwarten eine Trendumkehr wegen der Omikron-Variante. Gesundheitsminister Lauterbach hofft, deren Ausbreitung zu verzögern.

Bisher ist die Omikron-Variante nur vereinzelt in Deutschland aufgetreten. So lässt sich vermutlich erklären, dass die Corona-Fallzahlen seit Wochen zurückgehen - auch heute. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 315,4. Am Vortag hatte der Wert bei 321,8 gelegen. Auch die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen ist weiter rückläufig: 29.348 neue Fälle waren es am Morgen - vor einer Woche lag der Wert bei 32.646 Ansteckungen.

Experten rechnen mit Trendumkehr

Doch dieser Trend dürfte laut Experten nicht mehr lange anhalten. Wegen der ansteckenderen Omikron-Variante erwarten sie bald wieder steigende Zahlen. Aktuell werden in Deutschland immer noch praktisch alle Infektionen durch die Delta-Variante verursacht. Laut RKI stieg die Zahl der Fälle mit Infektion durch die neue besorgniserregende Variante Omikron in den vergangenen Wochen aber an. Auch deshalb kommt die Behörde in ihrem Wochenbericht zu dem Schluss: "Die Fallzahlen sinken im Hinblick auf die anhaltend hohe Belastung der Intensivstationen und die bevorstehende zusätzliche Belastung durch die Omikron-Welle nicht stark und schnell genug."

"Verhindern können wir die Verbreitung nicht"

Ähnlich sieht es auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Mit Blick auf die Verbreitung von Omikron in Großbritannien und die Einstufung als Virusvariantengebiet sagte er: "Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser." Denn noch immer ist nicht sicher, wie schwer die Verläufe bei einer Infektion mit der Variante sind.

Zuvor hatte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, gewarnt: Wenn sich bestätige, dass Omikron sehr viel ansteckender als Delta und die Schwere der Verläufe vergleichbar sei, werde man es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben: "Für die Krankenhäuser wäre dies eine weiter verschärfte Lage, die über all das hinausgeht, was wir bisher erlebt haben."

Warnung vom Verfassungsschutz

Unterdessen sind auch am Wochenende wieder zahlreiche Menschen gegen die Corona-Politik der Regierung auf die Straße gegangen: In mehreren Städten gab es am Samstag Proteste gegen die Corona-Maßnahmen und die Impfkampagne. Dabei blieb es weitgehend friedlich. Zu Gewalt und Zusammenstößen mit der Polizei kam es nach einem ersten Überblick diesmal aber nicht.

Der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, warnte derweil in den Zeitungen der Funke Mediengruppe vor einer "Rechtsextremisierung" der Proteste. Sorgen bereiteten ihm auch Übergriffe auf Polizisten und Journalisten bei Demonstrationen. "Wir sehen Einschüchterungsversuche gegen politische Entscheidungsträger und eine außerordentliche Verrohung der Debatte in den sozialen Medien: Von Gewaltfantasien bis hin zu Morddrohungen, die sich nicht nur gegen Politiker, sondern auch gegen Wissenschaftler und Ärzte richten."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Dezember 2021 um 06:47 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und tagesschau24 am 19. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.