Eine Corona-Teststation am Kurfürstendamm in Berlin | REUTERS

Corona-Pandemie Inzidenz wieder gestiegen

Stand: 03.12.2021 06:47 Uhr

Das RKI meldet 74.352 neue Fälle und eine Sieben-Tage-Inzidenz von 442,1 - nach einem leichten Rückgang in den vergangenen Tagen ist das erstmals wieder ein Anstieg. Die Entwicklung zu deuten, fällt derzeit auch dem RKI schwer.

Nach einer kurzen Unterbrechung ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen wieder gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg der Wert auf 442,1. Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 74.352 Neuinfektionen verzeichnet.

Deutschland hat damit die Zahl von sechs Millionen registrierten Infektionen überschritten - seit Pandemiebeginn haben die Gesundheitsämter 6.051.560 Fälle gemeldet. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 5.023.200 - auch das ein neuer Meilenstein. Die Gesamtzahl der Corona-Todesfälle in Deutschland stieg um 390 auf 102.568. 

Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 5,47

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Seit Anfang November stieg der Wert rasant an. In der Folge wurden täglich neue Höchststände registriert. Am Dienstag meldete das RKI dann erstmals seit mehr als drei Wochen einen Rückgang der Inzidenz. Bis gestern sank sie von 452,4 auf 439,2.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Mittwoch lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,47. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

Abschwächende Dynamik oder Untererfassung?

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne "einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein", heißt es im RKI-Wochenbericht von gestern Abend. Allerdings könnte die Entwicklung "regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 03. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.