Ein Paar geht an einem Corona-Testzentrum in Frankfurt am Main vorbei. | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz übersteigt Schwelle von 900

Stand: 26.01.2022 06:54 Uhr

Erstmals in der Corona-Pandemie hat die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit den Wert von 900 überschritten. Laut RKI lag er bei 940,6. Mittlerweile weisen sechs Bundesländer einen Inzidenzwert von mehr als 1000 aus.

Das Robert Koch-Institut hat erneut Höchstwerte bei den täglichen Corona-Neuinfektionen und der Sieben-Tage-Inzidenz registriert. Letztere überschritt erstmals die Schwelle von 900.

Das RKI gab den Inzidenzwert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am frühen Morgen mit 940,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert morgens bei 894,3 und vor einer Woche morgens bei 584,4 gelegen. Im Vormonat lag die Inzidenz noch bei 220,7.

Die Zahlen für den jeweils aktuellen Tag und vergangene Tage werden aber mittlerweile später regelmäßig noch deutlich nach oben korrigiert. Grund ist die Überlastung der Gesundheitsämter. Wegen ihr gehen Experten auch von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die gar nicht in den RKI-Daten erfasst sind.

Berlin an der Spitze, Hamburger Meldepanne

Sechs Bundesländer weisen laut den Angaben vom Morgen mittlerweile eine Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 aus. An der Spitze liegt Berlin mit 1795,5. Dann folgen laut RKI Bremen (1581,1), Brandenburg (1261,6), Hessen (1093,4) und Bayern (1068,0). In Hamburg gab es offensichtlich eine Meldepanne: Die Inzidenz von 1250,3 dürfte dementsprechend nicht den tatsächlichen Stand abbilden.

Auch die Zahl der Neuinfektionen erreichte einen neuen Höchstwert und überschritt erstmals die Schwelle von 150.000: Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI 164.000 Fälle in 24 Stunden. Am 19. Januar hatte die Zahl erstmals über 100.000 gelegen. Vor einer Woche waren es 112.323 erfasste Neuinfektionen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 166 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 239 Todesfälle. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-COV-2 gestorben sind, stieg damit insgesamt auf 117.126.

Plus bei Hospitalisierungsinzidenz

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz - hatte das RKI gestern mit 4,07 (Montag 3,87) angegeben. Damit zog der Wert nach einigen Wochen der Stagnation zuletzt wieder an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 9.035.795 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte auch hier deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

WHO: Höchste Zahl wöchentlicher Fälle

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt das Risiko durch die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus nach wie als "sehr hoch" ein. In ihrem wöchentlichen Bericht erklärte die WHO, dass mit mehr als 21 Millionen Neuinfektionen weltweit in den vergangenen sieben Tagen die "höchste Anzahl an wöchentlich erfassten Fällen seit Beginn der Pandemie" registriert wurde. 

Insgesamt sei die Inzidenz jedoch "langsamer" angewachsen als zuvor. Demnach ist die Zahl der neuen Fälle um fünf Prozent gestiegen - gegenüber 20 Prozent Wachstum in der Vorwoche. Die Zahl der wöchentlichen Todesfälle blieb mit 50.000 in etwa gleich. Die Omikron-Variante ist demnach weiterhin weltweit dominant. In den Ländern, in denen die Omikron-Fälle bereits im November und Dezember stark gestiegen waren, seien die Zahlen mittlerweile rückläufig.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 26. Januar 2022 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.