Passanten gehen in Hamburg bei leichtem Regen auf der Elbpromenade an den Landungsbrücken spazieren. | dpa

Corona-Pandemie Inzidenz steigt erstmals auf mehr als 800

Stand: 23.01.2022 08:44 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat zum ersten Mal den Wert von 800 überschritten. Laut Robert Koch-Institut gab es 85.440 Neuinfektionen. Trotz der steigenden Zahlen plant die morgige Bund-Länder-Runde offenbar keine Verschärfungen.

Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz die Schwelle von 800 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 806,8 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 772,7 gelegen und vor einer Woche bei 515,7. Vor einem Monat hatte das Institut den Inzidenzwert mit 220,7 angegeben.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 85.440 Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es 52.504 neue Corona-Fälle. Derzeit rechnen Experten mit immer mehr Infektionen, die nicht erfasst werden können, unter anderem, weil Testkapazitäten ausgereizt und die Gesundheitsämter zunehmend überlastet sind.

54 neue Corona-Todesfälle

Deutschlandweit wurden laut RKI binnen eines Tages 54 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 47 Todesfälle. Damit erhöhte sich die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, auf 116.718.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Pandemie 8.681.447 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte auch hier deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, gab das RKI zuletzt am Freitag mit 3,77 an (Donnerstag: 3,56). Am Wochenende wird der Wert nicht gemeldet.

Weil: Keine verschärften Maßnahmen

Trotz der steigenden Infektionszahlen will die am Montag tagende Ministerpräsidentenkonferenz nach Angaben von Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil die bestehenden Corona-Maßnahmen nicht verschärfen. "Wir haben bisher eine Omikron-Wand, wie wir sie in vielen anderen europäischen Ländern gesehen haben, vermeiden können. Das ist ein echter Erfolg", sagte Weil dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (RND).

"Verschärfungen der Corona-Maßnahmen sind nicht in Sicht und das ist für den gegenwärtigen Stand eine gute Nachricht", sagte Weil. Der SPD-Politiker drängte aber auf die schnelle Einführung einer Impfpflicht, auch wenn sie für die Bekämpfung der Omikron-Welle nicht rechtzeitig komme.

Lauterbach kündigt neue Impfkampagne an

Um die Bereitschaft der Bürger, sich freiwillig impfen zu lassen, zu erhöhen, will die Bundesregierung in der kommenden Woche eine neue Impfkampagne starten. "Am Dienstag startet eine breite Impfkampagne mit Plakaten, Radio- und TV-Spots, die kreativer ist als die bisherigen. Und sie ist in ganz unterschiedlichen Sprachen", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach der "Bild am Sonntag".

Die neue Impfkampagne soll demnach unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, darunter Ältere, Familien und junge Männer auf dem Land sowie Menschen mit Migrationshintergrund. "Wir müssen alles versuchen, die Impflücke zu schließen, das ist auch eine Voraussetzung für eine eventuelle Impfpflicht."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Januar 2022 um 06:02 Uhr.