Ein Hausmeister befestigt in einem Gymnasium in Bielefeld ein Schild "Bitte 2 Meter Abstand halten" an einem Fenster. | dpa

Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz steigt erneut

Stand: 11.02.2022 07:20 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht auf 1472,2 gestiegen und hat damit erneut einen Höchststand erreicht. Laut RKI wurden 240.172 neue Ansteckungen binnen eines Tages gemeldet. Vor allem bei Schülern sind die Zahlen hoch.

Erneut hat das Robert-Koch-Institut einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet. Mit 1472,2 wurde ein neuer Höchststand erreicht, am Vortag hatte der Wert bei 1465,4 gelegen. 226 weitere Menschen starben. Vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 1349,5 gelegen, vor einem Monat bei 387,9.

Auch die Hospitalisierungsinzidenz, also die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner, die mit einer Coronainfektion in den vergangenen sieben Tagen in eine Klinik gebracht wurden, stieg auf 6,23 (Vortag: 6,07). Darunter können auch Menschen sein, die wegen einer anderen Haupterkrankung ins Krankenhaus kamen und parallel einen positiven Corona-Test hatten.

Zweifel an Aussagekraft der Daten

Die Zahlen haben allerdings nur noch begrenzt Aussagekraft. Experten gehen von einer hohen Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Testkapazitäten und Gesundheitsämter sind vielerorts am Limit, Kontakte werden nur noch eingeschränkt nachverfolgt.

Zudem dürfte mit der geplanten Priorisierung bei PCR-Tests die Zahl der Menschen steigen, die ihre Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigen lassen - so dass sie nicht in die offizielle Statistik einfließt.

Insgesamt zählte das RKI seit Beginn der Pandemie 12.009.712 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Höhepunkt der Omikron-Welle noch nicht erreicht

Ein Untertyp der Omikron-Variante, BA.2, breitet sich nach RKI-Einschätzung auch in Deutschland weiter aus, aber auf niedrigem Niveau. BA.2 ist ansteckender als der bisher in Deutschland vorherrschende Subtyp BA.1, es gibt laut RKI aber bislang keine Hinweise, dass Infektionen mit BA.2 anders verlaufen würden als mit BA.1, schreibt das Institut in seinem Wochenbericht. Allerdings könnte der Subtyp die Omikron-Welle verlängern. Der Höhepunkt dieser Welle ist laut RKI noch nicht erreicht.

Omikron hat Schulbetrieb weiter fest im Griff

Der Präsident des Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, sagte, die enorm hohen Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen hätten die Testkonzepte an den Schulen an den Rand des Scheiterns gebracht. Trotzdem sei es gelungen, den Präsenzbetrieb weitgehend aufrecht zu erhalten. Er warnte deshalb vor zu schnellen Lockerungen in den Schulen. "Wir warnen davor, bei ersten Anzeichen eines Rückgangs der Neuinfektionen sofort Gesundheitsschutzmaßnahmen wie regelmäßige Testungen und die Maskenpflicht zurückzunehmen und abzubauen", sagte Meidinger. Die Infektionszahlen dürften nicht durch zu frühe Lockerungen nochmals hochgetrieben und dadurch der flächendeckende Präsenzunterricht erneut gefährdet werden.

Novavax laut Studie bei Jugendlichen hochwirksam

Der Corona-Impfstoff Novavax erweist sich nach zwei Dosen bei Jugendlichen einer Studie zufolge zu 80 Prozent wirksam. Die Daten von jungen Menschen zwischen zwölf und 17 Jahren stammten allerdings noch aus der Zeit, als die Delta-Variante in den USA dominant gewesen sei und wurden zwischen Mai und September erhoben, teilte der Hersteller des Impfstoffs mit.

Ein Fläschchen mit dem Corona-Vakzin von Novavax | REUTERS

Bild: REUTERS

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Februar 2022 um 10:45 Uhr.