"Bitte Maske tragen", steht auf einem Schild an der Eingangstür einer Kirche in Bremerhaven. | Bildquelle: AFP

Coronavirus in Deutschland RKI meldet fast 14.500 Neuinfektionen

Stand: 26.12.2020 13:37 Uhr

Das RKI hat 14.455 Corona-Neuinfektionen und 240 Todesfälle registriert. Die Zahlen sind niedriger als vor einer Woche - was aber vor allem an den Feiertagen liegt.

Auch über Weihnachten bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen hoch. Das Robert Koch-Institut meldete am Morgen 14.455 Neuinfektionen und 240 weitere Todesfälle. Am Vortag wurden 25.533 Neuansteckungen und 412 Todesfälle registriert. Die Gesamtzahl der erfassten Corona-Infektionen in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 1.627.103, von denen 1.223.700 Menschen nach RKI-Angaben von einer Infektion genesen sind. 29.422 Menschen starben insgesamt im Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz betrug am Samstag 170,7. Am Vortag hatte sie noch bei 188,8 gelegen. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Der Wert ist ein wesentlicher Maßstab für die Verhängung und Lockerung von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Virus. Ziel der Bundesregierung ist es, die Inzidenz auf unter 50 zu drücken.

Die Zahlen sind nur bedingt mit den Werten der Vorwoche vergleichbar, weil das RKI während der Feiertage mit einer geringeren Zahl an Tests und mit weniger Meldungen von den Gesundheitsämtern rechnet. Am Samstag vor einer Woche waren 31.300 Neuinfektionen verzeichnet worden. Der Höchststand von 952 Todesfällen wurde am 16. Dezember verzeichnet.

Bis zu sechs Millionen Impfungen bis Ende März geplant

Am Sonntag sollen die Corona-Impfungen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern beginnen. Der Bund lässt zurzeit Zehntausende Dosen der Firma Biontech an insgesamt 27 Standorte in den einzelnen Bundesländern liefern. Von dort werden sie an Impfzentren und mobile Teams verteilt, die dann die ersten Impfungen verabreichen sollen. Zuerst sollen Menschen über 80 sowie Pflegekräfte und besonders gefährdetes Krankenhauspersonal immunisiert werden.

Bis Ende März sollen elf bis zwölf Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Da das Präparat zweimal verabreicht werden muss, würde diese Menge in etwa für 5,5 bis sechs Millionen Menschen reichen. Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können - sofern weitere Präparate eine Zulassung erhalten.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister: "Dieser Impfstoff ist der entscheidende Schlüssel diese Pandemie zu beenden."
tagesschau 11:05 Uhr, 26.12.2020

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Lindner fordert Verbesserungen

Der Deutsche Städtetag dämpfte die Erwartungen an den Impfstart. "Es ist ein Anfang gemacht, aber der Spuk mit dem gefährlichen Coronavirus ist noch nicht vorbei", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Infektionslage sei derzeit weiterhin besorgniserregend und die Zeit für Massenimpfungen noch nicht gekommen. "Dafür gibt es zunächst viel zu wenig Impfstoff", sagte der SPD-Politiker, der auch Oberbürgermeister von Leipzig ist.

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner sieht Deutschland "nicht ausreichend vorbereitet auf das Impfen". Die FDP hätte sich eine klare gesetzliche Grundlage dafür gewünscht, weil so wichtige Fragen von Leben und Tod auf breitester Grundlage beschlossen werden sollten, sagte Lindner der Nachrichtenagentur dpa. "Bei der Frage der Logistik sollten wir baldmöglichst über die Impfzentren hinaus auch den niedergelassenen medizinischen Bereich nutzen, damit wir schnell vorankommen beim Durchimpfen", mahnte der FDP-Chef. Lindner forderte, schnellstmöglich mehr Impfstoffdosen zu beschaffen. Außerdem plädierte er für eine breite Informationskampagne und eine verbesserte Corona-Warn-App.

Kritik an Informationsstrategie

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer warf Spahn Versäumnisse vor. Während der in Deutschland hergestellte Impfstoff "längst Leben in den USA und Großbritannien rettet", müsse ganz Europa noch bis Sonntag warten, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Damit habe Spahn nicht Wort gehalten. Zuerst sei im Ausland und "eben nicht in Deutschland geimpft" worden. Zudem herrsche Verunsicherung, wer bis wann geimpft werde.

Die Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche sprach von einem "Durcheinander der Stimmen von Bundes- und Landesregierungen". Stattdessen bräuchten die Menschen "Klarheit, um ihr alltägliches Leben während der Pandemie organisieren und meistern zu können". Vertrauen sei ein "wichtiger Baustein in einer breit aufgestellten und langfristigen Strategie" gegen Corona.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Dezember 2020 um 11:06 Uhr.

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