Ein Mann zieht zum Vatertag einen Bollerwagen über einen Waldweg. | Bildquelle: dpa

Corona-Krise Diese Regeln gelten an Himmelfahrt

Stand: 21.05.2020 10:48 Uhr

Kein Grillen im Park oder Fußballteam-Tour - auch im Garten ist nicht alles erlaubt: Neben den Corona-Regeln gibt es an Himmelfahrt oft weitere Beschränkungen. Polizeigewerkschaft und Gastronomie mahnen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ruft zu Besonnenheit am Christi Himmelfahrt auf. "Wir können nur an die Vernunft und Disziplin der Menschen appellieren, sich an die Maßnahmen wie Abstand halten oder das Tragen von einem Mund-Nase-Schutz zu halten", sagte der stellvertretende NRW-Landesvorsitzende Michael Maatz. Wer sich am Vatertag nicht an die Regeln halte, müsse mit Sanktionen rechnen: "Die Kolleginnen und Kollegen sind gewappnet."

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband in Niedersachsen verwies darauf, dass ein spürbarer Anstieg der Infektionszahlen nach Himmelfahrt schnell zu einer erneuten Schließung führen könne. Hauptgeschäftsführer Rainer Balke sagte, er bezweifele, dass sich alle "Feierwütigen" der Konsequenzen von Fehlverhalten bewusst seien: "Insofern kann ich nur hoffen, dass alle in diesem besonderen Jahr auch aus purem Eigeninteresse mal einen Gang zurückschalten."

Keine Tour mit der Fußballmannschaft

Die Regeln unterscheiden sich allerdings von Bundesland zu Bundesland und oft auch von Kommune zu Kommune. Grundsätzlich gelten überall die generellen Abstands- und Kontaktbeschränkungen. Das bedeutet, dass auch an Himmelfahrt überall ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten ist.

Zusammenkünfte sind nur zwischen Verwandten oder aber den Mitgliedern von höchstens zwei Haushalten gestattet - und auch diese müssen in vielen Bundesländern auf den nötigen Abstand achten. Ausflüge innerhalb der Familie oder mit Freunden sind zwar möglich, Touren mit der Fußballmannschaft aber nicht. Nur in Sachsen-Anhalt dürfen bis zu fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht aus gemeinsamen Haushalten kommen.

Wer einen Bollerwagen mitführen will, kann das in der Regel übrigens tun - aber auch hier gelten die Beschränkungen. "Das Mitführen von Bollerwagen befreit nicht von der Einhaltung der Anti-Corona-Regeln", betont etwa die Polizei in Brandenburg. In Bremen wurde das Mitführen von Alkohol per Bollerwagen in der Öffentlichkeit gleich ganz verboten.

Grillen im Park verboten

Abgesehen von den generellen Regeln machen Länder und Kommunen auch Vorgaben zu bestimmten Aktivitäten, um Ansammlungen zu vermeiden. "Verhaltensweisen, die ein mögliches Abstandsgebot gefährden, sind untersagt", fasst die Polizei in Konstanz den Kerngehalt all dieser Regelungen zusammen.

So ist praktisch bundesweit das Grillen in Parks oder anderen Freiflächen untersagt. In mehreren Bundesländern gilt das auch für Picknicks oder sonstige Formen der Gruppenbildung, etwa in Form größerer Fahrradausflüge. Und auch auf Privatgrundstücken ist keineswegs alles gestattet: In Baden-Württemberg beispielsweise gilt, dass sich in Gärten oder Wohnungen höchstens fünf Menschen versammeln dürfen - ausgenommen davon sind lediglich enge Familienangehörige. Entsprechende Vorschriften machen auch andere Bundesländer.

Gesperrte Ausflugsziele

An manchen Orten werden über Himmelfahrt vorsorglich beliebte Ausflugsziele gesperrt. Das gilt etwa für die Insel Sylt oder den Badeort St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein, wo sich sonst Scharen von Tagesausflüglern versammeln. An vielen anderen Orten und Stränden arbeiten die Ordnungsbehörden außerdem mit Parkplatz- und Durchfahrtssperren, um den Andrang zu begrenzen.

Generell sind Ausflüge in die Natur inzwischen allerdings in den meisten Fällen unter Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen wieder erlaubt. So gab Bayern das Bergwandern frei, und unter anderem in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sind auch Touren mit Ausflugsschiffen möglich - jedoch mit weniger Sitzplätzen.

Örtliche Einschränkungen beachten

Nicht nur die generellen Regeln sind zu beachten: Oft es gibt auch örtliche Einschränkungen bis hinunter zur Ebene einzelner Parks oder Seen. So untersagen viele Kommunen dort das Mitführen und Konsumieren von Alkohol oder das laute Abspielen von Musik, teils gelten auch Glasflaschenverbote.

Diese Maßnahmen galten oft auch schon in den Vorjahren und sind nicht unbedingt der Corona-Pandemie geschuldet. Sie sind auch eine Reaktion auf eine deutliche Zunahme von Alkoholexzessen an Vatertagshotspots oder dienen dem Naturschutz.

Vereinzelt Begrenzungen beim Alkoholausschank

Aus Sorge vor Menschenaufläufen hat Bremen zu Himmelfahrt den eigentlich erlaubten Außerhausverkauf von Alkohol aus allen Gaststätten verboten. Ähnliche Vorgaben gelten vereinzelt aber auch anderswo, so etwa im niedersächsischen Landkreis Aurich. Dies ist eine Reaktion auf ein schon in den vergangenen Wochen beobachtetes Phänomen, das die Behörden bundesweit besorgt: Vor allem bei schönem Wetter bilden sich rund um Verkaufsstellen für Alkohol größere Aufläufe. Vielerorts appellieren die Verantwortlichen aber an die Verantwortung der Bürger, statt den Straßenverkauf zu verbieten.

Der Besuch in Restaurants, Gaststätten und Biergärten ist inzwischen fast überall wieder möglich - allerdings nur unter Auflagen. So gelten die üblichen Kontaktbeschränkungen, oft geht es nur mit Reservierung, oder es müssen die Kontaktdaten im Restaurant hinterlegt werden. Wegen der Abstandsregeln sind zudem nicht alle Sitzplätze nutzbar, was die Kapazitäten einschränkt.

(Mit Material von der AFP)

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2020 um 06:50 Uhr.

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