Jens Spahn | Bildquelle: dpa

Corona-Strategie Spahn will mehr Quarantäne-Kontrollen

Stand: 26.08.2020 13:20 Uhr

Zum Ende der Feriensaison will Gesundheitsminister Spahn seine Corona-Strategie anpassen. Er verteidigte das geplante Aus für kostenlose Tests - und will stattdessen die Quarantänepflicht stärker kontrollieren.

Die Bundesregierung setzt bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie auf zielgerichtete Tests und Kontrollen von Rückkehrern aus Risikogebieten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte, die Überprüfung der Quarantänepflicht solle verstärkt werden. Es gebe bereits jetzt stichprobenartige Kontrollen. Diese sollen noch intensiviert werden. "Das ist keine Bitte, sondern eine staatliche Anordnung."

Als Maßnahme dazu habe das Bundeskabinett eine stärkere Digitalisierung beschlossen. Digitale Aussteigekarten etwa bei Flugreisen sollten dabei helfen, die Gesundheitsämter vor Ort zu entlasten. Die Gesundheitsämter müssen die handschriftlich von Reisenden ausgefüllten Aussteigekarten sichten. Das seien "Kisten voller Papiere", hatte der Deutsche Städtetag kritisiert.

Spahn sprach von einem "verstärkten Quarantäneregime" für Einreisen aus Risikogebieten. Er sei zuversichtlich, dass dies bei den Gesprächen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag beschlossen werde.

Kostenlose Tests soll es bald nicht mehr geben

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag vorgeschlagen, dass es kostenlose Corona-Tests für Urlauber bei der Einreise nach Deutschland nach dem Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben soll. Außerdem soll die erst kürzlich eingeführte Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wieder abgeschafft werden. Für solche Reisenden soll wieder ausschließlich die Quarantäneregelung gelten.

Die 14-tägige Quarantäne soll man nur dann vorzeitig verlassen dürfen, wenn ein frühestens fünf Tage nach der Einreise gemachter Test negativ ausfällt. Als möglicher Starttermin der neuen Regelungen werden der 15. September oder der 1. Oktober anvisiert.

"Laborkapazitäten sind endlich"

Spahn verteidigte die Pläne, die unter anderem von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kritisiert werden. Söder will wegen steigender Infektionszahlen an den Tests festhalten. "Die Laborkapazitäten sind endlich", sagte Spahn dazu. Wenn auf Dauer die Maximalkapazitäten ausgereizt würden, "dann geht das zu Lasten von Menschen und Material". Die Beschäftigten in den Laboren arbeiteten jedes Wochenende durch und machten viele Überstunden, "auf die müssen wir auch Rücksicht nehmen". Zuletzt habe sich die Zahl der wöchentlichen Tests auf weit über 900.000 verdoppelt.

Spahn sagte, er wolle zu dem Langzeitansatz zurückkehren, den die nationale Teststrategie vorsehe. Nach Ende der Reisezeit sollen deshalb zielgerichtet Personen mit Symptomen und Kontakt zu Covid-19-Patienten getestet werden, aber auch Pflegekräfte oder Ärzte sowie Pflegebedürftige, um diese Personengruppen stärker zu schützen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. August 2020 um 15:00 Uhr.

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