Ein Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nimmt an einem Corona-Testzentrum an der Autobahn 8 an der Rastanlage Hochfelln-Nord einen Abstrich bei einem Autofahrer. | Bildquelle: dpa

Corona-Tests für Reiserückkehrer Reichen die Ressourcen?

Stand: 11.08.2020 16:13 Uhr

60.000 Corona-Tests an acht Stationen in wenigen Tagen: Das ist die bisherige Bilanz der neuen Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten nach Bayern. Noch läuft nicht alles rund: Viele warten tagelang auf ihr Testergebnis.

Von Mirjam Kottmann, BR

Der Corona-Pflichttest für Reiserückkehrer in Deutschland ist da - seit dem Wochenende müssen sich alle testen lassen, die aus einem Risikogebiet einreisen. An den acht Teststationen in Bayern haben sich mittlerweile rund 60.000 Reiserückkehrer bei der Einreise testen lassen.

Testpflicht für Reiserückkehrer
tagesschau 16:00 Uhr, 11.08.2020, Mirjam Kottmann, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Mehr als 400 positive Tests - an einer Teststation

An der A3 bei Passau waren es gut 17.000 Reisende, die in den vergangenen Tagen getestet wurden. Das Ergebnis: Mehr als 400 Tests waren positiv. Das teilte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mit.

Die mehr als 400 entdeckten Fälle entsprechen einem Anteil von 2,4 Prozent. Damit ist die Rate an positiven Befunden hier deutlich höher als beispielsweise an den bayerischen Flughäfen, wo nur knapp ein Prozent aller ausgewerteter Tests eine Infektion mit dem neuen Coronavirus anzeigten.

Lange Wartezeit bis zum Testergebnis

Grundsätzlich gibt es in den ersten Tagen der Pflichttests ein Problem: Das Ergebnis lasse zu lange auf sich warten, kritisieren Betroffene. Fabian Mehring, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler in Bayern, wurde auch getestet. "Der Abstrich dort hat kürzer gedauert als mein Kaffee an der Autobahnraststätte", berichtet er. "Nur das Ergebnis, das kam eben bis heute nicht. Jetzt sind es mittlerweile neun Tage. Und dann macht so ein Test überhaupt keinen Sinn."

Auch deshalb übernimmt die Tests in Bayern von dieser Woche an eine private Firma und löst die Rettungsdienste ab. So soll das Testergebnis innerhalb von 48 Stunden vorliegen. Denn dadurch, dass das ganze Prozedere - von der Testung über das Labor bis hin zum Versand des Ergebnisses - künftig in einer Hand liege, könne Zeit gespart werden, hofft Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml.

Ein Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nimmt an einem Corona-Testzentrum Abstriche bei Autoreisenden. | Bildquelle: dpa
galerie

Ein Mitarbeiter vom Bayerischen Roten Kreuz nimmt an einem Corona-Testzentrum Abstriche bei Autoreisenden.

250.000 Tests pro Woche - nur für Reiserückkehrer

Aber Labormediziner mahnen grundsätzlich: Fachkräfte und Materialien gebe es nur begrenzt. Und der Mehrbedarf an Tests - allein für Reiserückkehrer - liege deutschlandweit bei etwa 250.000 pro Woche. Die lange aufgebauten Sars-CoV-2-PCR-Testkapazitäten seien aber eher dazu gedacht, kurzfristige Anforderungsspitzen abzufedern, so Michael Müller, Vorsitzender der Akkreditierten Labore der Medizin (ALM).

Sollten die Infektionszahlen steigen, würden wohl auch die Gesundheitsämter wieder an ihre Grenzen stoßen. Ute Teichert vom Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes fordert daher kurzfristig Verstärkung für die Gesundheitsämter. Sie schlägt vor, ein Freiwilligenregister aufzubauen, auf das man im Bedarfsfall zurückgreifen könne. Denn nur mit genügend Personal könnten auch die Infektionsketten schneller nachvollzogen werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. August 2020 um 16:00 Uhr.

Darstellung: