Menschen im Biergarten | dpa

Corona-Pandemie Alle Bundesländer mit Inzidenz unter 50

Stand: 30.05.2021 11:22 Uhr

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Mittlerweile liegen alle Bundesländer unter dem Wert von 50. SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach mahnt derweil eine konsequente Impfung von Kindern und Jugendlichen an.

Alle Bundesländer in Deutschland sind in der Corona-Pandemie mittlerweile unter den Inzidenz-Wert von 50 gerutscht. Aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) ging hervor, dass nun auch Thüringen als letztes Bundesland unter dieser Marke liegt.

Die 7-Tage-Inzidenz im Freistaat gab das RKI mit 47,5 an. Besonders gut ist die Lage in den nördlicheren Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern (14,7), Schleswig-Holstein (17,9), Brandenburg (20,0), Hamburg (22,4) und Niedersachsen (23,1).

Bundesweite Inzidenz sinkt stetig

Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 35,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Wie das RKI unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter meldete, wurden 3852 Neuinfektionen und 56 Todesfälle in Verbindung mit dem Virus innerhalb eines Tages registriert. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen in Deutschland liegt jetzt bei 3.679.148. Die Zahl der Todesopfer liegt bei 88.406.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche an. Derzeit geht sie stetig zurück. Allerdings liegt die Zahl an Wochenenden oder nach Feiertagen in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Lauterbach für Impfungen an Schulen

Derweil hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach eine konsequente Impfung von Kindern und Jugendlichen angemahnt: "Unser Impfziel von 80 Prozent schaffen wir nicht, ohne auch die 12- bis 18-Jährigen zu impfen", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag". Bei den Jugendlichen sei eine Impfquote von 65 Prozent anzustreben. "Dafür sollte auch in den Schulen geimpft werden, um es den Familien möglichst leicht zu machen", schlug der SPD-Politiker vor.

Lauterbach warnte, Kinder und Jugendliche würden unter einer vierten Corona-Welle besonders leiden. "Das müssen wir verhindern. Deshalb sollten sie im Frühsommer bevorzugt ein Impfangebot bekommen", forderte er.

"Die Menschen brauchen Momente der Entspannung"

Angesichts der nahenden Fußball-Europameisterschaft kann sich Lauterbach Lockerungen für die Außengastronomie vorstellen. In den EM-Wochen sollten "die Restaurants draußen länger als 22 Uhr öffnen dürfen, so dass auch alle 21-Uhr-Spiele geguckt werden können". Fanfeste und Public Viewing mit vielen Zuschauern seien in Zeiten der Corona-Pandemie aber nicht möglich. "Was gut gehen wird: mit neun Freunden zusammen im Außenbereich eines Restaurants die EM zu gucken".

Lauterbach zufolge sind Öffnungsmaßnahmen mit Blick auf die deutlich gesunkene Zahl der Corona-Neuinfektionen und die lange Zeit der Einschränkungen zu rechtfertigen. "Die Menschen brauchen nach den harten Monaten Momente der Entspannung", sagte er.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Mai 2021 um 12:00 Uhr.

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Moderation 30.05.2021 • 16:58 Uhr

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