Jens Spahn | Bildquelle: dpa

Gedenken an Corona-Opfer Spahn kann sich Staatsakt vorstellen

Stand: 07.09.2020 16:16 Uhr

Mit strengen Regeln für Trauerfeiern hat sich in der Corona-Pandemie auch der Abschied von Gestorbenen verändert. In der Debatte um eine offizielle Gedenkveranstaltung meldet sich jetzt Gesundheitsminister Spahn zu Wort.

In der Debatte um eine mögliche Gedenkveranstaltung für die Opfer der Corona-Pandemie hat sich der Bundesgesundheitsminister zu Wort gemeldet. Er könne sich sogar einen Staatsakt grundsätzlich vorstellen. Allerdings nicht ausschließlich für die Corona-Toten, sondern auch für alle diejenigen, die in der Pandemie besondere Härten des Alltags erfahren mussten, so Jens Spahn in einem Interview mit "Bild live".

Debatte über Zeitpunkt

Spahn ist damit auf einer Linie mit der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Deren Vorsitzender Eugen Brysch hatte ebenfalls gefordert, bei einer Gedenkveranstaltung auch diejenigen mit in den Blick zu nehmen, die "geholfen haben, anderen in der Not beizustehen". Brysch betonte aber gleichzeitig, dass eine Gedenkveranstaltung erst dann stattfinden solle, wenn die Bevölkerung durch einen Impfstoff ausreichend geschützt sei.

Etwas zurückhaltender als Spahn äußerte sich Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zu der Idee einer Gedenkveranstaltung, die ursprünglich von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ins Gespräch gebracht worden war. "Den angekündigten Gesprächen will ich in der Öffentlichkeit nicht vorgreifen", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er sei sich aber sicher, dass sich die Verfassungsorgane darüber verständigen könnten - "wenn die Anregung des Bundespräsidenten im Zusammenwirken mit der Bundesregierung erst einmal konkretisiert wurde".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2020 um 08:00 Uhr.

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