Stühle und Tische einer Auߟengastronomie am Gendarmenmarkt in Berlin sind zusammengestellt. | dpa

Steigende Infektionszahlen Erste Länder ziehen "Notbremse"

Stand: 18.03.2021 19:39 Uhr

Theater, Kinos, Konzertsäle und die Außengastronomie bleiben vielerorts geschlossen. Vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen ziehen mehrere Bundesländer die "Notbremse", da sich wieder mehr Menschen infizieren.

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen legen mehrere Bundesländer ihre Öffnungspläne auf Eis. In Bayern müssen in der kommenden Woche Theater, Kinos, Konzertsäle und die Außengastronomie geschlossen bleiben. Bis auf Weiteres werde das Einvernehmen zu weiteren Öffnungsschritten nicht erteilt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zudem seien die nächsten Bund-Länder-Beratungen am kommenden Montag abzuwarten.

Ministerpräsident Markus Söder forderte mit Blick auf das Treffen ein bundesweit einheitliches Vorgehen - eine "harte Notbremse". "Ich möchte aus einer im Moment sehr flexiblen Notbremse eine harte Notbremse machen", sagte Söder nach einer regulären Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) per Video in München.

Für München schloss Oberbürgermeister Dieter Reiter nicht aus, dass die Stadt in absehbarer Zeit wieder über den Sieben-Tage-Inzidenzwert von 100 kommt. Dann trete die Corona-Notbremse in Kraft und alle bisherigen Lockerungen müssten wieder rückgängig gemacht werden, erklärte er. Auf diese Notbremse hatten sich Bund und Länder gemeinsam verständigt.

Kein weiteren Lockerungen in NRW

Auch in Nordrhein-Westfalen will die Landesregierung abwarten. Deshalb wird es zunächst keine weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen geben. Die für den 22. März in Aussicht gestellten Öffnungen etwa in der Gastronomie, bei Kultur und im Sport seien aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens nicht möglich, teilte das NRW-Gesundheitsministerium mit.

Auch Müller bremst

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sieht angesichts wieder steigender Corona-Zahlen momentan wenig Möglichkeiten für Lockerungen der geltenden Beschränkungen. "Man muss vorsichtig bleiben", sagte der Vorsitzende der MPK. "Ich habe in Berlin nicht alles ausgeschöpft, was an Öffnungsschritten möglich wäre nach dem letztem MPK-Beschluss", fügte er hinzu. "Und wir sehen, wie sensibel diese Situation ist, und ich sehe auch nicht, dass wir großen Spielraum haben für weitere Schritte."

Bouffier: Dritte Welle ist da

Hessen will aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen nächste Woche doch nicht für Schüler ab der 7. Klasse in den Wechselunterricht zurückkehren. "Wir haben ein sehr dynamisches Geschehen. Die dritte Welle ist da", sagt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Das wichtigste sei jetzt, alles zu tun, um die Welle so flach wie möglich zu halten.

Anstieg der Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland insgesamt deutlich gestiegen. Das Robert Koch-Institut meldet 17.504 neue Fälle - das sind etwa 4000 mehr als gestern und über 3000 mehr als vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt das RKI mit 90 an, gestern lag der Wert noch bei 86,2.

Über dieses Thema berichtete die hessenschau am 18. März 2021 um 16:45 Uhr.