Uniklinik Düsseldorf | AP

Coronavirus Zweiter Fall in NRW bestätigt

Stand: 26.02.2020 14:04 Uhr

In Nordrhein-Westfalen gibt es einen zweiten Coronavirus-Fall. Bei der Frau des schwer erkrankten Mannes aus dem Kreis Heinsberg wurde das Virus ebenfalls nachgewiesen. Dem Patienten in Baden-Württemberg geht es gut.

In Deutschland gibt es drei weitere bestätigte Coronavirus-Infektionen. Ein Sprecher der Düsseldorfer Uniklinik bestätigte dem WDR, dass auch die Frau des infizierten Mannes aus dem Kreis Heinsberg positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Der Zustand des 47-jährigen Mannes, der weiter in Lebensgefahr schwebt, sei ernst, aber derzeit stabil. Bei der Frau zeigten sich aktuell keine schweren Symptome. Auch sie liegt isoliert in der Düsseldorfer Uniklinik. Der Landrat des Kreises Heinsberg sagte, die Frau arbeite in einer Kindertagesstätte im Kreis.

Bei dem schwer erkrankten Mann waren nach Angaben des Krankenhauses in Erkelenz bereits vor zehn Tagen Krankheitssymptome aufgetaucht. Mit den Symptomen einer schweren Lungenentzündung sei er schließlich eingeliefert worden. Mittlerweile liegt er in der Düsseldorfer Uniklinik und wird künstlich beatmet.

Nach Angaben des Landrats ist das Paar aus Gangelt aus beruflichen Gründen viel unterwegs. Der Mann leidet nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa an einer Vorerkrankung.

25-Jähriger nach Mailand-Reise erkrankt

Bei der Coronavirus-Infektion in Baden-Württemberg handelt es sich laut dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Manne Lucha um einen Einzelfall. "Es gibt nach wie vor keinen kursierenden Virus bei uns", sagte Lucha in Stuttgart.

13 Kontaktpersonen des erkrankten 25-jährigen Mannes aus dem Kreis Göppingen seien bekannt und kontaktiert worden. Zwei dieser Kontaktpersonen wurden demnach getestet, das Ergebnis steht noch aus. Die Übrigen sollen nicht getestet werden, solange sie keine Symptome zeigen.

Der Mann hatte sich nach Angaben des Ministeriums vermutlich während einer Italienreise in Mailand angesteckt. Er sei nach seiner Rückkehr mit grippeähnlichen Symptomen erkrankt und habe Kontakt mit dem Gesundheitsamt aufgenommen.

Kitas und Schulen in Heinsberg bleiben geschlossen

Sowohl in Baden-Württemberg als auch in NRW arbeiteten die Behörden unter Hochdruck daran, sämtliche Kontaktpersonen der Coronavirus-Patienten zu ermitteln, um eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Im an die Niederlande angrenzenden Kreis Heinsberg bleiben als Vorsorgemaßnahme die Kitas und Schulen bis Montag geschlossen. Ein dort eingerichteter Krisenstab appellierte an die Bürger, von Besuchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie etwa Krankenhäusern oder Pflegeheimen vorerst abzusehen. 

Infografik Verbreitung neues Coronavirus Stand 26.2.2020, 9:00 Uhr

Die Karte zeigt die aktuelle Verbreitung des Coronavirus am 26.02.2020, 9:00 Uhr

In Deutschland waren zuvor insgesamt 16 Coronavirus-Infektionen nachgewiesen worden, die meisten dieser Patienten wurden inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen. 14 der Fälle traten in Bayern auf.

Bei den anderen beiden Fällen handelte es sich um China-Rückkehrer, die von der Bundesregierung ausgeflogen worden waren. Sie wurden in der Uniklinik in Frankfurt am Main behandelt und Mitte Februar entlassen. Das Virus hatte sich in den vergangenen Wochen sukzessive außerhalb von China ausgebreitet, von wo die Epidemie ihren Ausgang genommen hatte. Außerhalb von China gibt es inzwischen mehr als 40 Todesfälle und mehr als 2700 Infektionsfälle. 

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Februar 2020 um 14:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Anna-Elisabeth 26.02.2020 • 19:58 Uhr

@19:13 von harpdart Zu minka04

"1. Ist Skilaufen alles andere als ein Volkssport im Norden." In unserer Klinik (Hamburg) hat sich jedes Jahr eine Gruppe von Mitarbeitern (vorwiegend Ärzte) für ein verlängertes WE zum Skilaufen verabredet. "2. Wer kann sich schon 2 oder 3 teure Urlaube im Jahr leisten." Siehe oben. Und ich habe Zweifel, dass die Gruppe vernünftiger ist als der Rest der Bevölkerung.