Menschen in der Stadt mit und ohne Maske  | picture alliance/dpa/Sven Hoppe

Höchststand bei Neuinfektionen Inzidenz höher als im Frühjahr

Stand: 05.11.2021 07:11 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Das RKI meldete eine Inzidenz von 169,9 - das ist mehr als in der dritten Welle im Frühjahr. Für Ungeimpfte sei die Gesundheitsgefahr inzwischen "sehr hoch".

In der aktuellen Infektionswelle hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz den Höchststand der dritten Corona-Welle im Frühjahr übertroffen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen eine Inzidenz von 169,9. Am 26. April hatte sie bei 169,3 gelegen, dem damals höchsten Wert der dritten Welle. Den Höchstwert der Inzidenz in der gesamten Pandemie gab es in der zweiten Welle am 22.12.2020 mit 197,6.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages den neuen Höchststand von 37.120 Corona-Neuinfektionen. Am Vortag hatte die Zahl der Neuinfektionen bereits den Rekordwert von 33.949 erreicht. Es ist jedoch noch nicht klar, inwiefern Nachmeldungen wegen des Feiertags Allerheiligen bei der Entwicklung eine Rolle gespielt haben.

Vor einer Woche hatte der Wert bei 24.668 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 154 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 121 Todesfälle.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI mit 3,73 (Mittwoch: 3,62) an. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

4.342.600 Genesene

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.342.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 96.346.

Gesundheitsgefahr steigt

Das RKI sieht in der Corona-Pandemie eine gestiegene Gesundheitsgefahr. Für unvollständig oder nicht Geimpfte änderte das Institut in seinem am Donnerstag veröffentlichten Wochenbericht die Risikobewertung von "hoch" auf "sehr hoch". "Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt", hieß es weiter.

Noch vor einer Woche war das Risiko für Geimpfte lediglich als "moderat" beschrieben worden. Das RKI betont allerdings, dass alle hierzulande verfügbaren Impfstoffe "nach derzeitigem Erkenntnisstand bei vollständiger Impfung wirksam vor einer schweren Erkrankung" schützten.

"Lage ist sehr besorgniserregend"

Unter den gemeldeten Fällen sei jedoch der Anteil vollständig Geimpfter in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. Er liege mittlerweile in der Altersgruppe der Menschen ab 60 bei mehr als 60 Prozent. "Dieser Anteil muss jedoch in Zusammenschau mit der erreichten hohen Impfquote in dieser Altersgruppe interpretiert werden", hieß es - laut Statistik sind es über 85 Prozent.

Die aktuelle Entwicklung der Lage sei "sehr besorgniserregend", schrieb das RKI. Wenn Maßnahmen wie Masken, Abstand, Verringern von Kontakten und Lüften nicht rasch die Zahl der Ansteckungen senkten, sei eine weitere Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle zu befürchten. Die Behandlungskapazitäten der Intensivstationen könnten dann überschritten werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. November 2021 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.