Angela Merkel | Bildquelle: dpa

Merkel zur Corona-Pandemie "So kann es nicht weitergehen"

Stand: 25.10.2020 22:57 Uhr

Wie umgehen mit der Corona-Pandemie? So könne es nicht weitergehen, soll Kanzlerin Merkel bei internen Beratungen gesagt haben. Besorgt äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Laschet, Schulschließungen will er vermeiden.

Die Corona-Lage in Deutschland ist angespannt, darauf weist Bundeskanzlerin Angela Merkel immer wieder hin. Zuletzt am Wochenende in ihrem Podcast. In einer Schaltkonferenz mit den CDU-Fraktionschefs der Bundesländer äußerte sie sich nun erneut pessimistisch: "Es stehen uns sehr, sehr schwere Monate bevor", sagte sie laut Medienberichten. Sie habe "kein so gutes Gefühl" angesichts der aktuellen Lage. "So kann es nicht weitergehen."

Am Wochenende hatte Merkel die Bevölkerung erneut dazu aufgerufen, auf Reisen und Kontakte zu verzichten. "Das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren. Viel weniger Menschen treffen", sagte sie in ihrem am Samstag veröffentlichten Videopodcast. Die Pandemie-Lage habe sich in einer Woche noch weiter zugespitzt, sagt Merkel. Es gebe nun noch weit mehr Orte mit so hohen Infektionszahlen, dass die Gesundheitsämter mit der Kontakt-Verfolgung nicht mehr nachkämen.

Laschet: "Zwei bis drei Wochen Kontakte einschränken"

In der ARD-Sendung Anne Will äußerte sich auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) besorgt: Er sprach davon, dass "sehr harte Wochen vor uns liegen". Die Infektionszahlen seien viel zu hoch - auch mit Blick auf die Nachbarländer. Die dortige Entwicklung verfolge er mit Sorge. Trotz harter Lockdowns stiegen die Zahlen etwa in Spanien oder Belgien massiv an. Er appellierte an die Bevölkerung, "zwei bis drei Wochen Kontakte einzuschränken". Das Verhalten der Menschen müsse sich ändern.

Mit Blick auf eine erneute Schließung von Schulen und Kitas sagte Laschet: "Wir tun alles, dass es nicht so kommt." Das Frühjahr habe gezeigt, dass diese möglichst unberührt gelassen werden sollten.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) schloss bei Anne Will nicht aus, dass es erneut zu Schulschließungen kommt. Aber man müsse anders vorgehen als im Frühjahr. Beispielsweise durch ein Schichtsystem in der Schule oder neue Maskenregeln. Gleichzeitig appellierte er an die Eigenverantwortung der Menschen.

Am Montag befasst sich die Kultusministerkonferenz mit der Strategie für Schulen in der Pandemie. Ende der Woche trifft sich Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder, um das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

Lauterbach befürchtet Lockdown

Stephan Weil (SPD) wies im Bericht aus Berlin darauf hin, dass man alles tue, um den zweiten Shutdown zu verhindern. Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten hängt alles an der Frage, "ob wir die Kurve in den Griff bekommen". Das Robert Koch-Institut hatte am Sonntag 11.176 neue Infektionsfälle gemeldet.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte zuvor angesichts der vielen Neuinfektionen einen Lockdown binnen Wochen für wahrscheinlich erklärt. "Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt", sagte Lauterbach der "Bild am Sonntag".

Über dieses Thema berichtete die ARD in Anne Will am 25. Oktober 2020 um 21:45 Uhr.

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