Fragen und Antworten

Menschen gehen durch die Einkaufstraße im Zentrum von Stralsund. | Bildquelle: dpa

Wege aus der Corona-Krise Die Lockerungen der Länder

Stand: 05.05.2020 20:10 Uhr

Wie geht es in der Corona-Krise weiter? Einige Bundesländer wollen schon bald das Besuchsrecht in Pflegeheimen lockern. Auch Biergärten dürfen wieder öffnen. Doch wo gelten welche Lockerungen? Eine Übersicht.

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Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg kann die Gastronomie laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) auf eine baldige Wiedereröffnung hoffen. Kretschmann stellte auch weitere Lockerungen beim Sport in Aussicht gestellt. Man habe den Lenkungskreis der Landesregierung beauftragt, ab kommender Woche wieder "kontaktlosen Outdoorsport" zu erlauben. Damit sei Sport im Freien gemeint, bei dem die Abstandsregeln unproblematisch eingehalten werden könnten - wie Golf, Leichtathletik und Tennis. Gerade Sport im Freien sei gut und stärke das Immunsystem.

Bayern

Auch im Freistaat sollen Gaststätten und Hotels nach wochenlanger Zwangspause schrittweise bald wieder öffnen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Aussicht stellte: Außenbereiche von Gaststätten am 18. Mai, Speiselokale eine Woche später, Hotels am 30. Mai, dem Samstag vor Pfingsten. Für alle Bereiche gelten Abstandsregeln und strikte Hygieneauflagen, Söder kündigte strenge Kontrollen an.

Schon ab Mittwoch werden die bisherigen Ausgangsbeschränkungen aufgehoben - gewisse Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben aber bestehen. Es ist nun erlaubt, neben einer Person außerhalb des eigenen Hausstands auch enge Familienangehörige zu treffen.

Schon ab kommendem Montag dürfen alle Geschäfte unabhängig von ihrer Größe wieder öffnen. Zudem lockert Bayern das strikte Besuchsverbot in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen: Ab dem Wochenende sind wieder Besuche von einer festen Kontaktperson erlaubt - unter strikten Hygienemaßnahmen. Ab Montag sind zudem bestimmte kontaktlose Einzelsportarten wieder erlaubt.

Berlin

Seit Montag dürfen in Berlin wieder Museen, Gedenkstätten und Galerien öffnen. Die Beschlüsse stehen aber auch unter dem Vorbehalt, dass die Häuser die hygienischen Standards erfüllen können.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat eine schrittweise Wiedereröffnung von Restaurants in der Hauptstadt in Aussicht gestellt. Einen konkreten Termin nannte er nach einer Senatssitzung nicht. Sein Ziel sei es aber, möglichst schnell wieder mit der Gastronomie zu starten. Das müsse nicht gleich der 11. Mai sein, aber: "Es zeichnet sich ab, dass dort im Laufe oder Ende der nächsten Woche sehr schnell etwas passieren kann."

Brandenburg

Gaststätten sind seit Beginn der Einschränkungen im März landesweit geschlossen. Nur noch Liefer- und Abholdienste für sind Speisen möglich. Hotels oder Campingplätze dürfen keine Zimmer und Stellplätze für Touristen anbieten. Ausgenommen sind Dauercamper, die dort ihren Erstwohnsitz haben.

Geschäfte dürfen seit dem 22. April wieder unter strengen hygienischen Auflagen öffnen, sofern die Verkaufsfläche 800 Quadratmeter nicht übersteigt. Diese Lockerung gilt auch für Einkaufszentren, wo also die einzelnen Läden öffnen dürfen. Große Kaufhäuser bleiben dagegen geschlossen.

Feiern im privaten, familiären Bereich mit bis zu 20 Personen sind seit dem 4. Mai wieder gestattet, sowie die Begleitung Sterbender im engsten Familienkreis. Zu Eheschließungen auf dem Standesamt werden künftig wieder Gäste zugelassen.

Bremen


Im Stadtstaat dürfen ab Mittwoch wieder die Spielplätze unter Auflagen öffnen. Außerdem werden Zoos, Museen und Gedenkstätten wieder ihre Tore öffnen. Auch Gottesdienste in Kirchen, Moscheen und anderen Gotteshäusern sind in Bremen ab Mittwoch wieder möglich. Bürgermeister Andreas Bovenschulte kündigte auch an, dass bei Kindergärten, Kitas und Schulen kommende Woche über weitere Lockerungen gesprochen werden soll.

Hamburg

Die Hansestadt ließ sich am längsten Zeit, die Beschlüsse der vergangenen Bund-Länder-Konferenz umzusetzen. Bürgermeister Peter Tschentscher stellte nun aber klar, dass auch in Hamburg öffentliche und private Spielplätze wieder genutzt werden dürfen - ab Mittwoch.

Dann dürfen auch Bibliotheken und Museen wieder öffnen, ebenso wie die Außenbereiche von Tierparks und Botanischen Gärten. Auch Gottesdienste können wieder stattfinden. Außerdem ist ab Mittwoch in Hamburg Individualsport im Freien wieder möglich. Als Beispiele nannte Sportsenator Andy Grote (SPD) Leichtathletik, Wassersport, Tennis und Golf.

Hessen

Hessen hat am Montag das Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen gelockert. Ein Angehöriger darf nun einmal pro Woche einen Bewohner für eine Stunde besuchen. An vielen Museen und Kultureinrichtungen werden Besucher zum Wochenstart noch vor verschlossenen Türen stehen. Frankfurt plant, die städtischen Museen und das Institut für Stadtgeschichte im Laufe der Woche wieder zu öffnen. Die Schirn Kunsthalle lässt am Mittwoch wieder Besucher durch ihre Pforten, das Städel-Museum am 9. Mai.

Hessen will nach der geplanten Bund-Länder-Schalte an diesem Mittwoch entscheiden, wann und wie die schrittweise Öffnung weitergeht. Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern plant das Land, erst am 18. Mai den Unterricht in den Schulen mit Einschränkungen aufzunehmen.

Mecklenburg-Vorpommern

Angesichts geringer Neuinfektionen können Auswärtige wohl schon in der Woche vor Pfingsten wieder Urlaub an der Ostsee machen. Den Plänen der Landesregierung zufolge dürfen die Gaststätten von Samstag (9. Mai) an unter strikten Hygieneauflagen wieder für Einheimische öffnen - am 18. Mai dann auch Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen. Zum 25. Mai soll das seit Mitte März geltende Einreiseverbot für Touristen aus anderen Bundesländern aufgehoben werden.

Niedersachsen

Restaurants, Cafés und Biergärten können voraussichtlich bereits vom kommenden Montag (11. Mai) an unter Auflagen wieder in Betrieb gehen. Das gilt auch für Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze. Hotels, Pensionen und Jugendherbergen sollen zwei Wochen später folgen. Für alle gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent. Bars, Kneipen und Diskotheken bleiben weiter geschlossen. Die Landesregierung will ihren Stufenplan nach den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch endgültig verabschieden. Auch für den Einzelhandel ist der 11. Mai ein wichtiger Stichtag: Dann fallen in Niedersachsen die Verkaufsflächenbeschränkungen weg.

Nordrhein-Westfalen

Ab Sonntag dürfen Pflegeheimbewohner wieder Besuch von Angehörigen und Freunden empfangen. Voraussetzung sei, dass wichtige Schutzmaßnahmen eingehalten werden, etwa durch separate Besuchsareale, entsprechende Schutzkleidung und ein Screening der Besucher, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU). Zudem sollen Menschen mit Behinderung in NRW wieder die Möglichkeit haben, in den Werkstätten ihren Tätigkeiten nachzugehen.

Seit Montag dürfen Museen, Galerien, Zoos und Garten- und Landschaftsparks wieder öffnen - unter strengen Hygieneauflagen. Auch Volkshochschulen und Musikschulen können den Betrieb wieder aufnehmen, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter gewahrt wird. Kinder können ab Donnerstag auf den Spielplätze toben.

Bibliotheken und Autokinos durften bereits seit einiger Zeit unter strengen Auflagen öffnen. Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken, Spielhallen, Theater und Kinos sind weiter geschlossen. Das gilt auch für Bordelle. Auch der Betrieb von Fitnessstudios, Schwimmbädern und Saunen ist untersagt. Zusammenkünfte in Sportvereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sind verboten.

Rheinland-Pfalz

Unter Auflagen dürfen spätestens am 11. Mai Museen und Galerien öffnen. Alle Geschäfte, unabhängig ihrer Größe, stehen dann auch für den Publikumsverkehr offen. Orte, an denen viele Menschen zusammenkommen können, bleiben geschlossen. Das umfasst Clubs, Bars, Restaurants und Sportplätze. Betroffen sind außerdem Freizeiteinrichtungen sowie Veranstaltungen wie Konzerte und Fußballspiele.

Der Betrieb von Hotels und Herbergen und die Zurverfügungstellung jeglicher Unterkünfte zu touristischen Zwecken bleibt vorerst verboten. Dies gilt auch für Wohnmobilstell- und Campingplätze. Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) geht aber davon aus, dass die Gastronomie in der kommenden Woche unter Einschränkungen wieder öffnen darf.

Saarland

Seit Montag können alle Geschäfte unter Auflagen unabhängig von Größe und Sortiment wieder öffnen. Damit werde die zuvor geltende Regel gestrichen, dass Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern aufmachen dürfen. Entscheidend sei nun unter Einhaltung der Hygienevorschriften, dass pro 20 Quadratmetern Gesamtfläche nur ein Kunde zugelassen werde.

Das Kabinett beschloss zudem, dass ab Montag unter Auflagen auch Museen, Zoos, Freizeit- und Tierparks sowie Spielplätze unter freiem Himmel öffnen dürfen. Auch Friseure, Kosmetiker und Bildungsstätten dürften wieder aufschließen. Zudem solle mit der Gastronomie bis Ende des Monats ein Konzept zur Öffnung erarbeitet werden. 

Sachsen-Anhalt

Zunächst können ab 15. Mai Ferienhäuser, Ferienwohnungen und Campingplätze geöffnet werden, allerdings nur für Einheimische. Bei einer "autarken Versorgung" sei eine Ferienwohnung nichts anderes als das "gespiegelte Zuhause", so die Landesregierung.

In einer zweiten Stufe sollen dann auch Hotels wieder Gäste empfangen dürfen und möglicherweise im Juni auch Touristen aus anderen Bundesländern anreisen. Der dritte Schritt wäre dann die komplette Öffnung auch für ausländische Gäste. Die konkreten Termine müssen noch abgestimmt werden.

Ab 22. Mai dürfen in Sachsen-Anhalt auch Restaurants wieder öffnen, bewusst einen Tag nach Himmelfahrt. Auf eine Unterscheidung zwischen Außen- und Innengastronomie wird verzichtet, ebenso wie auf eine maximale Gästezahl. Allerdings müssten bestehende Kontaktbeschränkungen, nicht mehr als fünf Personen pro Tisch, Abstandsgebote und Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Sachsen

Ministerpräsident Michael Kretschmer und sein Kabinett geben sich abwartend. Zwar können Kultureinrichtungen und Sportanlagen seit Montag wieder öffnen. Doch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche über 800 Quadratmeter bleiben gesperrt. Eine Öffnung weiterer Branchen wie Gastronomie und Tourismus soll erst in der darauffolgenden Beratung der Länderchefs Mitte Mai diskutiert werden. Bis dahin sollen die zuständigen Fachminister Konzepte erarbeiten.

Schleswig-Holstein

Mit begrenzter Teilnehmerzahl dürfen in Schleswig-Holstein inzwischen Gottesdienste wieder durchgeführt werden. Auch Museen und Ausstellungen durften unter Auflagen wieder öffnen, ebenso wie Spielplätze. Kontaktarme Sportarten im Freien sind wieder möglich, wenn zwischen den Sportlern ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden kann. Auch Sportgeräte für solche Sportarten, wie Fahrräder oder Kanus, dürfen wieder gewerblich verliehen werden. Aus bloßen touristischen Zwecken nach Schleswig-Holstein zu kommen, ist allerdings weiter verboten. Die Gastronomiebetriebe dürfen auch noch keine Gäste bedienen. 

Thüringen

Mit der neuen Verordnung, die vorerst bis zum 25. Mai gilt, werden in Thüringen weitere Beschränkungen für den Handel gelockert. So können unter anderem auch Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmeter Verkaufsfläche öffnen. Neben Friseursalons sollen nun auch wieder Kosmetik-, Fußpflege- und Nagelstudios starten, wenn Hygiene- und Schutzkonzepte vorliegen und eingehalten werden. Die Sperrung von Kinderspielplätzen wird aufgehoben, Individualsport kann auch auf Freiluftsportanlagen betrieben werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Mai 2020 um 20:00 Uhr.

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