Landwirtschaftsministerin Klöckner in der Bundespressekonferenz in Berlin | REUTERS

Klöckner zur Corona-Krise "Die Lebensmittelversorgung ist gesichert"

Stand: 17.03.2020 15:45 Uhr

Ob Nudeln, Konserven oder Toilettenpapier: Viele Menschen befürchten wegen der Corona-Krise offenbar Engpässe - und machen Hamsterkäufe. Für Ministerin Klöckner besteht dafür kein Anlass.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ist Befürchtungen entgegengetreten, in der Corona-Krise könnten Lebensmittel knapp werden. Die Versorgung sei gesichert, sagte die CDU-Politikerin in Berlin - es sei genug für alle da. Und das wird sich nach den Worten der Ministerin auch nicht ändern: "Die Supermärkte bleiben offen." Alles andere seien Falschmeldungen.

Einerseits sei Deutschland mit heimischen Lebensmitteln wie Kartoffeln, Getreide, Käse oder Schweinefleisch gut versorgt, andererseits gehe es bei Beschränkungen im Grenzverkehr nicht um Warentransporte. Auch die Versorgung von Tieren sei gesichert.

Klöckner: "Hamsterkäufe sind unnötig"

In vielen Supermärkten waren in den vergangenen Tagen immer wieder Nudeln, Konserven oder Toilettenpapier ausverkauft. "Hamsterkäufe sind nicht nur unnötig, sie schaden auch", sagte Klöckner - und forderte die Bevölkerung auf, Ruhe und Augenmaß zu bewahren und mit Bedacht einzukaufen. Die Bundesregierung habe einen tagesaktuellen Überblick über die Versorgungslage.

Nach Angaben der Ministerin sind die Lieferketten weitgehend intakt, auch Lebensmittellieferungen aus dem Ausland kämen weiter nach Deutschland. Allerdings gebe es für Lkw lange Wartezeiten an den Grenzen, sagte Klöckner und empfahl Sonderspuren zur schnelleren Abfertigung von Lebensmitteltransporten.

Die Ministerin begrüßte die geplante Lockerung des Arbeits- und Fahrverbots am Sonntag. Damit sei gesichert, dass auch am Montagmorgen die Regale in den Läden gefüllt seien.

Handel: Nicht nur zu den Stoßzeiten einkaufen

Auch der Handel rief die Verbraucher dazu auf, beim Lebensmitteleinkauf besonnen zu bleiben und nicht nur zu Stoßzeiten kurz vor dem Wochenende in die Supermärkte zu gehen. "Wenn Hamsterkäufe unterbleiben, wird es für alle einfacher", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth.

Er appellierte an die Kunden, den Haupteinkauf nicht nur am Freitag und Samstag zu machen, sondern etwa auch am Dienstag oder Mittwoch einkaufen zu gehen. Das helfe auch, Regale aufzufüllen. Sonntagsöffnungen von Läden seien vorerst nicht notwendig. Auch für besondere Zutrittsbeschränkungen für Supermärkte gebe es bisher keinen Anlass.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 17. März 2020 um 14:00 Uhr.