Ein Kind wird geipmft | picture alliance / Laci Perenyi

Omikron bei Kindern Berechtigte Sorge oder Panikmache?

Stand: 11.12.2021 10:54 Uhr

Wie gefährlich ist die Omikron-Variante des Coronavirus für Kinder? Intensivmediziner beobachten die Ausbreitung mit Sorge, warnen aber gleichzeitig vor Panikmache. Noch gebe es nicht genügend Daten.

Viel ist in diesen Tagen von der Omikron-Variante des Coronavirus die Rede. Insbesondere die Gefahr für Kinder bereitet vielen Sorgen - auch Intensivmedizinern. Der Generalsekretär der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Florian Hoffmann, teilt diese Bedenken, warnt aber gleichzeitig vor Panikmache.

"Wir haben in jeder bisherigen Welle durch verfrühte Aussagen zur potentiellen Gefährlichkeit der jeweils neu aufgetretenen Variante Sorgen bei den Eltern ausgelöst, die sich dann nicht bewahrheitet haben und zu keiner Pandemie bei den Kindern geführt hat", sagte Hoffmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Mitte Januar werde Omikron wahrscheinlich die vorherrschende Variante in Deutschland sein, und bis dahin gebe es auch genügend Daten, um zu wissen, wie gefährlich Omikron für Kinder werde.

Hoffmann: Zahl der Infizierten wird dramatisch ansteigen

Bisher sei bekannt, dass die Variante ansteckender sei, betonte Hoffmann. "Die Zahl der infizierten Personen und damit auch der Kinder wird dramatisch ansteigen." Ob Omikron allerdings auch häufiger zu schweren Krankheitsverläufen führe, sei bisher nicht klar.

"Selbst wenn Omikron weniger krank macht, kann es dennoch passieren, dass allein wegen der hohen Zahl der Infizierten am Ende in absoluten Zahlen mehr Kinder ins Krankenhaus müssen als jetzt", so Hoffmann, der Oberarzt auf der interdisziplinären Kinderintensivstation am Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München ist.

Derzeit 23 infizierte Kinder in Kliniken

"In den vergangenen Wochen ist die Zahl der intensivpflichtigen Kinder und Jugendlichen mit Corona-Infektion in Deutschland von neun auf vorübergehend 29 angestiegen", sagte Hoffmann. "Das haben wir mit großer Sorge beobachtet." Es könne an den generell hohen Inzidenzen unter Kindern liegen. Durch mehr Corona-Infektionen in der Altersgruppe gebe es auch mehr Fälle in den Kliniken. "Mittlerweile ist die Zahl wieder auf 23 Patienten zurückgegangen, acht davon beatmet", sagte Hoffmann.

Was man nicht vergessen dürfe: "Nicht jedes Corona-positive Kind im Intensivregister ist wegen einer Covid-Erkrankung in der Klinik", betonte der DIVI-Generalsekretär. So seien bei ihm auch schon Corona-positive Kinder gewesen, bei denen aber ein schwerer Verkehrsunfall oder schwere Verbrühungen zur Intensivaufnahme geführt hätten. Diese Kinder würden dann aber auch als Covid-Fälle im Intensivregister erfasst.

Drosten: "Kinder impfen lassen"

Der Chef-Virologe der Berliner Charité, Christian Drosten, hatte am Donnerstag in den tagesthemen auf die Entwicklung in Südafrika verwiesen: "Was man dort sieht, ist, dass gerade die jüngsten Kinder unter fünf Jahren verstärkt ins Krankenhaus müssen mit schweren Verläufen." Die Informationen von dort bereiteten im verstärkt Sorgen, so Drosten. Er könne "wirklich nur raten, die Kinder impfen zu lassen".

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Dezember 2021 um 22:30 Uhr.

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KOMMENTARE

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Menschen 123xyz 11.12.2021 • 20:41 Uhr

Am 11. Dezember 2021 - 20:08 Uhr von Dany39 17:51 Uhr von asimo

hm, kenne auch Eltern die dachten wir warten bei unserem Schulkind noch. Jetzt sind alle krank. Gerade wenn es bei ihnen schon zirkuliert. Ich habe auch gelesen, dass Kinder mit ihrem Immunsystem sehr gut auf die gerigere Dosis reagieren, dass im Gegenteil so die Wahrscheinlichkeit einer Herzmuskelentzündung noch mehr herabgesetzt wird. Am Besten ist es wohl, Sie fragen den Kinderarzt, denn wir als Laien hier, schon gar nicht ohne den Entwicklungsstand des Kindes und sein Umfeld zu kennen, können das nicht richtig gewichten.