Ein Jugendlicher vor dem Eingang des Impfzentrums in Hannover. | dpa

Corona-Pandemie Ein Viertel der Jugendlichen geimpft

Stand: 10.09.2021 13:17 Uhr

Fast jeder vierte Jugendliche bis 17 hat zwei Impfungen bekommen. Laut RKI sind aber zu wenige der 18- bis 59-Jährigen geimpft - dies könnte der Grund dafür sein, dass mehr Menschen dieser Altersgruppe auf der Intensivstation landen.

Etwa ein Viertel der zwölf bis 17 Jahre alten Jugendlichen sind bislang vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 35,9 Prozent in dieser Altersgruppe bekommen. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervor. "Die empfohlene Impfung schützt in jedem Alter", schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter.

BioNTech-Gründer appellieren an Ungeimpfte

Die beiden BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Ugur Sahin riefen dazu auf, alles daranzusetzen, in den kommenden Wochen noch unentschiedene Menschen von einer Impfung zu überzeugen. "Noch bleiben uns als Gesellschaft etwa 60 Tage Zeit, um einen harten Winter zu vermeiden", sagte Şahin. "Wir sollten das uns Mögliche tun, in diesen knapp zwei Monaten so viele Menschen wie möglich zu mobilisieren."

In absehbarer Zeit könnte auch Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren zur Verfügung stehen. BioNTech kündigte an, die Zulassung seines Impfstoffes für diese Altersgruppe zu beantragen. 

Die unzureichenden Impfquoten bei jüngeren Erwachsenen spiegeln sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) auch auf Deutschlands Intensivstationen wider. Unter den dort behandelten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es im neuen RKI-Wochenbericht. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

Die meisten Covid-Patienten, die nun in ein Krankenhaus kommen, sind nach RKI-Angaben 35 bis 59 Jahre alt. Dann folgen die 60- bis 79-Jährigen, heißt es in dem Wochenbericht.

Im Rückblick auf die 32. bis 35. Kalenderwoche hat das RKI die gemeldeten Klinikdaten genau analysiert. Danach lagen in der Altersgruppe von 18 bis 59 Jahren 4836 Menschen aufgrund einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus, 496 auf Intensivstationen. 54 Patienten aus dieser Gruppe starben in diesem Zeitraum an Covid-19.

Von den Zwölf- bis 17-Jährigen kamen nach diesen Zahlen 182 aufgrund von Covid-19 in eine Klinik, zwei auf eine Intensivstation. Hier wurde ein Todesfall registriert.

Von den Über-60-Jährigen waren 2590 Patienten aufgrund von Corona in einer Klinik, 411 auf einer Intensivstation. In diesem Zeitraum wurden 338 Covid-19-Todesfälle in dieser Altersgruppe registriert.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht

Unterdessen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter leicht an - auf 83,8 nach 83,5 am Vortag. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI 12.969 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sind 1282 weniger als am Freitag vor einer Woche, als 14.251 nachgewiesene Neuinfektionen verzeichnet wurden.

Binnen eines Tages starben 55 weitere Menschen in Verbindung mit dem Virus, am Vortag waren es 50 Todesfälle.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 10. September 2021 um 11:03 Uhr.