Anja Karliczek | Bildquelle: dpa

Suche nach Corona-Impfstoff "Wir dürfen keine Wunder erwarten"

Stand: 29.07.2020 11:19 Uhr

Frühestens 2021 werde ein Impfstoff gegen das Coronavirus zur Verfügung stehen, hat Forschungsministerin Karliczek angekündigt. Für drei Pharmaunternehmen mit "aussichtsreichen Ansätzen" gibt es jetzt finanzielle Förderung.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek rechnet nicht vor Mitte 2021 mit einem Impfstoff gegen das Coronavirus.

"Wir müssen nach wie vor davon ausgehen, dass Impfstoffe für die breite Bevölkerung erst frühestens Mitte nächsten Jahres zur Verfügung stehen", sagte Karliczek. Mit Blick auf die international laufende Suche nach einem Impfstoff warnte sie vor zu hohen Erwartungen. Rückschläge seien immer möglich. "Wir dürfen an dieser Stelle keine Wunder erwarten", so die Ministerin.

Förderung für drei Impfstoff-Projekte

Um die Impfstoffentwicklung voranzutreiben, will das Bundesforschungsministerium drei deutsche Pharmaunternehmen mit Mitteln aus einem 750 Millionen Euro umfassenden Sonderprogramm finanziell fördern.

Die Gelder gehen an die Firmen Biontech aus Mainz, CureVac aus Tübingen und IDT Biologika aus Dessau. Diese Firmen böten "aussichtsreiche Ansätze" bei der Impfstoffentwicklung, sagte Karliczek. Mithilfe der Förderung sollen sie nun Produktionskapazitäten ausweiten und klinische Studienkapazitäten erhöhen. Die Ministerin kündigte für die kommenden Wochen "intensive Gespräche" mit den Unternehmen über die genaue Ausgestaltung der Förderung an.

Gegenleistung der Pharmaindustrie

Als Gegenleistung für die Fördergelder erwarte die Bundesregierung, "dass ein angemessener Anteil der Produktion eines zugelassenen Impfstoffes für die bedarfsgerechte Versorgung in Deutschland zugänglich gemacht wird", so die Ministerin. "Alle Bürgerinnen und Bürger, die geimpft werden möchten, sollen die Möglichkeit erhalten." Für diesen Prozess werde das Bundesgesundheitsministerium eng einbezogen.

Ein unabhängiger wissenschaftlicher Expertenbeirat unter dem Vorsitz von Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut hatte die drei Projekte für das Sonderprogramm empfohlen.

Nicht nachlässig werden

Karliczek rief außerdem dazu auf, die Corona-Regeln weiter einzuhalten, damit sich das Virus nicht wieder großflächig verbreiten könne. "Die Pandemie ist für alle anstrengend. Die Pandemie nervt zum Teil. Die Pandemie kostet Kraft bei vielen Menschen. Aber die Pandemie ist auch für viele Menschen bedrohlich", sagte die CDU-Politikerin.

Es sei verständlich, dass jeder gerne sein altes Leben wieder aufnehmen würde, aber es brauche weiter Disziplin, wenn man das Erreichte nicht aufs Spiel setzen wolle.

Über dieses Thema berichtete MDR Sachsen - Das Sachsenradio am 29. Juli 2020 um 11:30 Uhr.

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