Home Office | Bildquelle: picture alliance / dpa

Arbeitgeber zu Heil-Plan Recht auf Homeoffice? "Ein Ladenhüter"

Stand: 26.04.2020 14:15 Uhr

Arbeitsminister Heil möchte Homeoffice in Deutschland gesetzlich durchsetzen. Doch vonseiten der Arbeitgeber gibt es dafür keine Zustimmung: Sie sprechen von einem "Ladenhüter". Aber Heil bekommt auch Zustimmung.

Die Arbeitgeber lehnen Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ab, das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich zu verankern. "Politische Ladenhüter aus der Zeit vor dem größten Wirtschaftsrückgang seit vielen Jahrzehnten aufzuwärmen, wirkt etwas aus der Zeit gefallen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter. Stattdessen betonte er: "Wir brauchen ein Belastungsmoratorium statt weiterer Vorgaben, die Wachstum und Flexibilität beschränken."

Es sei im Interesse von Arbeitgebern und Beschäftigten gleichermaßen, mobiles Arbeiten dort einzusetzen, wo es möglich und sinnvoll sei, so Kampeter. "Dabei müssen betriebliche Belange und die Wünsche der Kunden eine zentrale Rolle spielen. Mit Homeoffice allein kann die Wirtschaft nicht am Laufen gehalten werden."

Gesetzesvorschlag bis Herbst

Heil hatte in der "Bild am Sonntag" angekündigt, bis Herbst ein Gesetz für ein Recht auf Homeoffice vorlegen zu wollen. "Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", zitiert das Blatt den SPD-Politiker. Wegen der Pandemie arbeiten viele Beschäftige derzeit im Homeoffice.

Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) pries die Vorzüge des Arbeitens von zu Hause aus. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist - das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten", sagte der SPD-Politiker ebenfalls in der "Bild am Sonntag".

Rechtsanspruch auf schnelles Internet

Unterstützung bekam für seinen Vorschlag auch von Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt. Sie sagte: "Es ist längst an der Zeit, dass aus dem Privileg, das bisher nur für wenige gilt, ein Anspruch auf Homeoffice für viele wird. Wer möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll von zuhause aus arbeiten können."

Damit Arbeiten von zuhause überhaupt technisch reibungslos möglich sei, müsse es endlich auch einen Rechtsanspruch auf schnelles Internet geben. "Homeoffice oder mobiles Arbeiten darf immer nur freiwillig sein und braucht verbindliche Regeln: Niemand sollte dazu gezwungen werden und Homeoffice darf nicht dazu führen, dass Arbeit grenzenlos wird."

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. April 2020 um 15:30 Uhr.

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