Karl Lauterbach | dpa

Corona-Pandemie "Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten"

Stand: 15.02.2022 13:42 Uhr

Gesundheitsminister Lauterbach sieht den wochenlangen starken Anstieg der Infektionszahlen gebrochen. "Maßvolle Lockerungen" seien nun möglich. Gestützt wird seine Einschätzung von den Laboren, die weniger durchgeführte Tests vermelden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht die derzeitige Infektionswelle gebrochen. "Der Höhepunkt der Omikron-Welle ist überschritten - ziemlich genau an dem Tag, den ich vor einem Monat vorausgesagt hatte", sagte Lauterbach der "Bild"-Zeitung.

Deshalb seien "maßvolle Lockerungen" nun möglich, fügte der Minister mit Blick auf die bevorstehenden Bund-Länder-Gespräche hinzu. Die bisher bekannt gewordenen Vorschläge zur stufenweisen Lockerung trage er "voll mit", so Lauterbach. "Mehr aber nicht, um keinen erneuten Anstieg zu riskieren."

Höhepunkt für Mitte Februar prognostiziert

Der Gesundheitsminister hatte den Höhepunkt der Omikron-Welle vor einem Monat mithilfe eines Modells mehrerer Wissenschaftler für Mitte Februar prognostiziert. Nun zeige sich, wie gut das Modell funktioniere. "Die Maßnahmen haben genau gesessen", sagte Lauterbach mit Blick auf die Corona-Beschränkungen.  "Damit konnten wir die Zahl der Sterbefälle deutlich reduzieren und sind im Vergleich zu anderen Ländern wirklich gut durch diese Omikron-Welle gekommen." Der SPD-Politiker fügte mit Blick auf seine Kritiker hinzu: "Man sollte anerkennen: Da hat etwas geklappt."

Bund und Länder beraten am Mittwoch über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Einer vorab bekannt gewordenen Beschlussvorlage zufolge sollen dabei schrittweise Lockerungen vereinbart werden, so dass zum 20. März alle tiefgreifenden Eindämmungsmaßnahmen aufgehoben werden.

Labore melden rückläufige Positivrate

Auch die Daten aus den PCR-Laboren geben einen ersten Hinweis auf ein nachlassendes Corona-Infektionsgeschehen. Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) teilte mit, dass in der Woche bis Sonntag erstmals seit Jahresbeginn sowohl die Anzahl der durchgeführten Tests als auch die sogenannte Positivrate rückläufig gewesen sei.

Innerhalb von sieben Tagen seien 2.366.691 PCR-Untersuchungen gemacht worden, vier Prozent weniger als in der Woche zuvor. Auch die bundesweit errechnete Positivrate - also der Anteil positiver Befunde an allen gemachten Tests - lag mit 43,9 Prozent etwas niedriger als in der Vorwoche.

"Weiterhin Anlass zur Vorsicht und Umsicht"

Der leichte Rückgang an Testaufkommen sei zwar ein erster Hinweis auf ein rückläufiges Infektionsgeschehen, "aber noch besteht aus Sicht der Labore weiterhin Anlass zur Vorsicht und Umsicht", sagte Nina Beikert, Mitglied im ALM-Vorstand. "Die Spitze der Omikron-Welle ist in einigen Bundesländern noch immer nicht erreicht."

Der Laborverband berief sich auf Daten von 182 fachärztlichen Laboren. In der Woche bis zum 13. Februar habe die Auslastung im bundesweiten Schnitt bei 86 Prozent gelegen. In der Woche zuvor wurde sie noch mit 93 Prozent angegeben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. Februar 2022 um 13:00 Uhr und 14:00 Uhr in den Nachrichten.