Studierende mit Masken sitzen in einem Hörsaal  | Bildquelle: dpa

Gelder in der Corona-Krise Hilfen für Studierende werden neu aufgelegt

Stand: 30.10.2020 18:25 Uhr

Da die Gastronomie im November schließen muss, stehen viele Studierende wieder ohne Jobs da. Die Bundesregierung will nun ihr Nothilfeprogramm aus dem Sommer reaktivieren. Ein überfälliger Schritt, meinen Grüne und Gewerkschaften.

Das Bundesbildungsministerium will die Ende September ausgelaufene Nothilfe für Studierende für die Zeit des Teil-Lockdowns im November neu auflegen. Das Ministerium beabsichtige, die Überbrückungshilfe für diesen Monat wieder einzusetzen, kündigte eine Sprecherin an. Das Instrument habe sich bewährt.

Nach Angaben der Sprecherin laufen derzeit Gespräche mit dem Deutschen Studentenwerk, das zwischen Juni und September für die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung der Nothilfe zuständig war.

Grüne wollen Garantiebetrag

Die Grünen im Bundestag, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hatten zuvor gefordert, das Nothilfeprogramm wieder aufzulegen. Sie mahnten auch Nachbesserungen an.

"Gerade Studierende aus ärmeren Elternhäusern sind auf Einkünfte aus Nebenjobs angewiesen, damit sie über die Runden kommen. Viele von ihnen arbeiten in der Gastronomie oder Eventbranche, die jetzt vom Lockdown betroffen sind", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack der Nachrichtenagentur dpa. Es räche sich in dieser Situation, dass beim Bafög seit Jahrzehnten zu wenig getan worden sei.

Der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Kai Gehring, warf Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) ein "unverantwortliches Krisenmanagement" vor, weil sie die Nothilfe Ende September angesichts sinkender Nachfrage ausgesetzt hatte. Die Grünen schlagen vor, allen Studenten bis 25 Jahre einen monatlichen Garantiebetrag von 290 Euro auszuzahlen. Abhängig von ihrem Einkommen soll es zusätzlich einen "Bedarfszuschuss" geben, fordern sie.

KfW-Kredite gab es zinsfrei

In der Corona-Krise hatte das Bildungsministerium zwei Hilfsangebote für Studierende in Not aufgestellt: Zum einen die Überbrückungshilfe, die nicht zurückgezahlt werden muss. Sie wurde von Juni bis September an diejenigen ausgezahlt, die mit Kontoauszügen nachweisen konnten, dass sie in einer pandemiebedingten Notlage sind, etwa weil regelmäßige Zahlungen aus Jobs ausblieben.

Gezahlt wurden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat. Die zweite Säule ist der KfW-Studienkredit, den es auch vor der Krise schon gab, der nun aber seit Mai bis März 2021 zinsfrei gestellt ist.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 30. Oktober 2020 um 20:00 Uhr.

Darstellung: