Zwei Männer sind auf dem Weg zur Agentur für Arbeit.  | dpa

Corona-Folgen für Selbstständige Anträge auf Grundsicherung versechsfacht

Stand: 15.08.2021 06:56 Uhr

Die Zahl der Selbstständigen, die Leistungen aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, ist in der Corona-Pandemie auf 134.000 gestiegen. Damit habe sich der Bedarf nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit versechsfacht.

Die Zahl der Selbstständigen, die für ihren Lebensunterhalt finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Grundsicherung beziehen, hat sich nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Verlauf der Corona-Pandemie versechsfacht. "Wir sehen einen deutlichen Corona-Effekt zwischen April 2020 und Juli 2021", sagte BA-Chef Detlef Scheele den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Demnach meldeten etwa 134.000 Selbstständige in dieser Zeit Bedarf auf Grundsicherung an. "Üblicherweise wären es in diesem Zeitraum etwa 22.000 gewesen», so Scheele. Dies entspricht in etwa einer Versechsfachung und ist ein Corona-bedingter Anstieg um 112.000 Fälle.

"Der Corona-Effekt zeigt sich deutlich"

Bei den abhängig Beschäftigten sind Scheeles Angaben zufolge 328.000 neu in die Grundsicherung gekommen. "Diese Zahl liegt in normalen Zeiten bei 190.000", sagte der BA-Chef. "Der Corona-Effekt zeigt sich hier deutlich." Aufs Ganze gerechnet seien dies aber keine allzu hohen Werte.

Abhängig Beschäftigte, die ergänzendes Hartz IV beantragen, sind laut BA unter anderem Menschen, deren Kurzarbeitergeld sehr niedrig ausfällt, oder sogenannte Aufstocker, die einen geringen Lohn beziehen und daher auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen sind.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 15. August 2021 um 08:20 Uhr in den Nachrichten.