Eine Assistenzärztin schiebt mit Intensivfachpflegerinnen auf der Intensivstation des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe in Berlin das Krankenbett eines Covid-19-Patienten. | dpa

Statistisches Bundesamt Gesundheitskosten klettern auf Höchststand

Stand: 07.04.2022 11:28 Uhr

Die Corona-Pandemie hat die Gesundheitskosten 2021 auf ein Rekordhoch von rund 466 Milliarden Euro getrieben, wie das Statistische Bundesamt schätzt. Mehr als die Hälfte der Ausgaben trugen demnach die gesetzlichen Krankenkassen.

Die Folgen der Corona-Pandemie haben dem deutschen Staat auch im vergangenen Jahr erheblich mehr Kosten beschert. Nach einer Rekordsumme im ersten Corona-Jahr 2020 geht das Statistische Bundesamt auch für 2021 von einem weiteren Anstieg aus. Unter anderem die Kosten für Corona-Tests und -Impfungen sind Schätzungen zufolge dafür verantwortlich, dass die Kosten auf rund 466 Milliarden Euro kletterten. Das wären gut 25 Milliarden Euro oder 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Bundesamt mitteilte.

Schon 2020 viel höhere Kosten

2020 waren die Gesundheitsausgaben den Angaben zufolge im Jahresvergleich um 6,5 Prozent auf den Höchststand von 440,6 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht 5298 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Den Anteil der Gesundheitsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) bezifferten die Statistiker für 2020 mit 13,1 Prozent - ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 1,2 Prozentpunkten.

Insgesamt waren die Ausgaben für unter anderem Behandlungen, Pflege und Rehabilitation um 26,8 Milliarden Euro oder sechseinhalb Prozent höher als 2019, dem Jahr vor der Pandemie. 

55 Prozent tragen die gesetzlichen Kassen

Die Pandemie habe also im Jahr 2020 einen großen Einfluss auf die Gesundheitsausgaben gehabt, teilte das Bundesamt mit. Sie hätten wesentlich dazu beigetragen, dass die öffentlichen Haushalte 73,4 Prozent mehr als im Vorjahr und somit 30,7 Milliarden Euro bezahlten. Ihr Anteil an den Gesundheitsausgaben insgesamt belief sich demnach auf 7,0 Prozent, nach 4,3 Prozent im Jahr 2019.

Mit einem Beitrag von knapp 55 Prozent war die gesetzliche Krankenversicherung laut Statistik größter Ausgabenträger im Gesundheitswesen. Mit weitem Abstand folgen die soziale Pflegeversicherung (13 Prozent) und die private Krankenversicherung (11 Prozent). Private Haushalte und Organisationen ohne Erwerbszweck stemmten acht Prozent der Kosten, die übrigen sechs Prozent verteilen sich auf sonstige Träger.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Politikmagazin Konstraste am 18. März 2022 um 21:45 Uhr.