"Geimpft! Genesen!" steht auf einem Schild an einer Bar in der Dresdner Neustadt.  | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Wegen Omikron-Variante Genesenenstatus gilt nur noch drei Monate

Stand: 17.01.2022 15:35 Uhr

Bisher galt man nach einer Corona-Infektion sechs Monate als genesen - nun wurde der Zeitraum auf drei Monate verkürzt. Wegen Omikron sei das Risiko größer, danach zu erkranken und Überträger zu werden, so das Gesundheitsministerium.

Wer eine Corona-Infektion überstanden hat, erhält nur noch für drei Monate den Genesenenstatus. Das Bundesgesundheitsministerium bestätigte eine entsprechende Änderung der Richtlinien des Robert Koch-Instituts (RKI) und begründete die Verkürzung mit der neuen Virusvariante Omikron.

Hintergrund sei, dass aufgrund von Omikron ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Festlegung des RKI sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt.

Bislang wurde der Genesenen-Nachweis bis maximal sechs Monate nach der Infektion anerkannt. Diese Zeitspanne habe gegolten, so lange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste, so der Sprecher.

Änderung gilt seit Samstag

Die neue Vorgabe hatte das RKI bereits am Freitag auf seiner Seite veröffentlicht, sie gilt seit Samstag. Das Ministerium wies nun noch einmal explizit auf die Änderung hin. In den Angaben des RKI heißt es: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen". Und: "Das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen."

Rechtliche Grundlage ist die am Samstag in Kraft getretene Änderung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung. Demnach müssen Genesenennachweise Kriterien entsprechen, die das RKI auf einer Internetseite bekannt macht. Deren Umsetzung erfolgt durch Verordnungen der Länder.

Das RKI erläutert auf seiner Seite zudem: "Diese Vorgaben werden regelmäßig überprüft und können sich gemäß Stand der Wissenschaft ändern." Zuvor hatte in der Verordnung als generelle Regelung gestanden, dass der Test "mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegt".

Status maßgeblich für Quarantäneregeln

Der Genesenenstatus ist ebenso wie der Impfstatus maßgeblich für Quarantäne- und Einreisevorschriften. So gelten Ausnahme von der Quarantäne der Verordnung zufolge für dreimal Geimpfte, zweimal Geimpfte in den ersten drei Monaten nach der zweiten Impfung, Genesene unter Einhaltung der Drei-Monats-Frist sowie andere Genesene mit zusätzlicher Impfung. Sonderregeln, wonach bei dem Impfstoff von Johnson & Johnson eine Dosis als vollständige Impfung anerkannt wurde, entfallen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Januar 2022 um 14:45 Uhr.