Menschen feiern eine Party in einem Berliner Park. | Bildquelle: dpa

Corona-Pandemie Feiern mit klarem Limit

Stand: 18.08.2020 13:39 Uhr

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Regeln fürs Feiern. Nur so könne mit Blick auf den Herbst die Corona-Ansteckungsgefahr verringert werden. Bayern will das Thema auf der nächsten Länderkonferenz diskutieren.

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert, für Feste und Partys bundesweit geltende Regeln einzuführen. "Um die Ansteckungsrisiken auch im Herbst und Winter zu verringern, sollten sich die Länder bald auf einheitliche Regeln für private und öffentliche Feiern verständigen", sagte die Vorsitzende Susanne Johna des Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Wichtig seien etwa Obergrenzen für Gäste und Konzepte zum Lüften. Je größer die Zahl der Feiernden gerade in geschlossenen Räumen sei, desto wahrscheinlicher sei ein Mensch dabei, der die anderen anstecke. Bei stark steigenden Infektionszahlen seien 150 Gäste bei einer Familienfeier oder einer Party zu viel, warnte Johna.

Krankheit nicht unterschätzen

Gerade die Jüngeren müssten daran erinnert werden, Ansteckungsrisiken zu vermeiden. Die Verbandspräsidentin verwies auch darauf, dass die Krankheit nicht unterschätzt werden dürfe. Auch bei denen, die nach einer Covid-19-Erkrankung wieder als genesen gelten, gebe es einen nicht unerheblichen Anteil, die an Folgeschäden litten.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte zuvor darauf hingewiesen, dass Feierlichkeiten neben den Ansteckungen durch Reiserückkehrer zu den größten Gefahrenquellen in Deutschland zählten. Deshalb wolle er mit den Ländern noch einmal über Grenzen und Regeln für Veranstaltungen reden.

Thema bei Konferenz der Bundesländer

Derzeit sind die Regelungen in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. In Brandenburg sind zum Beispiel private und öffentliche Veranstaltungen von bis zu 1000 Menschen erlaubt, während in Bayern eine Hochzeit mit maximal 100 Personen stattfinden darf.

Aus der Sicht des Freistaates gehört eine einheitliche Regelung der Länder auf die Agenda der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz. Das Thema müsse dort diskutiert werden, sagte der bayerische Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) in München der Nachrichtenagentur dpa. Die Entwicklung der Fallzahlen bestätige "das vorsichtige und umsichtige Vorgehen Bayerns bei der Veranstaltungsgröße. Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen und die neuen Ansteckungsgefahren sehr genau", so Herrmann.

Vor allem bei Feiern kommt es immer wieder zu lokalen Corona-Ausbrüchen.

Corona-Krise: Ärzteverband Marburger Bund fordert Gäste-Obergrenzen bei Festen
Anja Günther, ARD Berlin
18.08.2020 09:39 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. August 2020 um 13:00 Uhr.

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