Gesundheitsminister Jens Spahn mit Mund- und Nasenschutz | Bildquelle: AFP

Spahn zu gemeinsamem Vorgehen EU will Reform der WHO vorantreiben

Stand: 30.10.2020 14:48 Uhr

Ein EU-Land nach dem anderen wird zum Risikogebiet. Der Wille zur Zusammenarbeit wächst entsprechend. Für ständige gemeinsame Abstimmungen und die Reform der WHO warb Gesundheitsminister Spahn nach einem Treffen auf EU-Ebene.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für europäische Solidarität in der Pandemie geworben. Es brauche ständige gemeinsame Abstimmungen, etwa zu den Reisetätigkeiten oder der Verteilung des künftigen Impfstoffes, sagte Spahn nach dem virtuellen Treffen der EU-Gesundheitsminister.

Die Reform der Weltgesundheitsorganisation (WHO) solle auch während der Pandemie weiter vorangetrieben werden, betonte Spahn als Vertreter der derzeitigen deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Man werde nun Verbündete in anderen Teilen der Welt suchen.

Langfristige Stärkung der WHO geplant

Die WHO solle transparenter und effektiver werden - und das langfristig, führte Spahn weiter aus. Die finanzielle Situation der WHO müsse mit einer guten Zahlungsmoral aller Mitglieder auf solide Füße gestellt werden. Hier gebe es großen Nachholbedarf.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides spricht während einer Pressekonferenz. | Bildquelle: AFP
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Gesundheitskommissarin Kyriakides bezeichnet internationale Organisationen als essenziell im Kampf gegen Pandemie.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bekräftigte, dass die WHO und weitere internationale Organisationen für den Kampf gegen die Pandemie essenziell seien. Eine Vereinbarung zum einem gemeinsamen Vorgehen beim WHO-Reformprozess soll bis zum 6. November stehen.

Bei einer Video-Konferenz der europäischen Staats- und Regierungschefs war bereits zuvor eine engere Zusammenarbeit der EU-Staaten vereinbart worden, um die zweite Corona-Welle zu brechen.

RKI weist weitere Risikogebiete in Europa aus

Die Liste der Corona-Risikogebiete in Europa wird immer länger. Das Robert Koch-Institut (RKI) wies unter anderem den Vatikan sowie fast ganz Österreich - bis auf die Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal - als Risikogebiete aus. Auch ganz Bulgarien, Kroatien und Slowenien werden in dieser Kategorie geführt, ebenso wie Monaco, Ungarn, Zypern und San Marino. Italien gilt nun mit Ausnahme der Region Kalabrien ebenfalls komplett als Risikogebiet.

Das RKI nahm weitere europäische Regionen in die Liste auf, etwa in Schweden, Portugal, Dänemark und Griechenland. Dagegen wurde die Region Jogeva in Estland von der Liste gestrichen.

Quarantänepflicht für Rückkehrer

Die Einstufungen als Risikogebiet sind ab Sonntag um Mitternacht wirksam. Für Länder oder Regionen, die als Risikogebiet eingestuft wurden, gibt das Auswärtige Amt eine Reisewarnung heraus. Entscheidend für die Einstufung als Risikogebiet ist, dass die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen bei mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner liegt. Für Menschen, die aus den aufgelisteten Gebieten nach Deutschland einreisen, gilt eine Quarantänepflicht.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 30. Oktober 2020 um 16:04 Uhr.

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