Verkehrsunfall auf der Autobahn | dpa

Rückgang wegen Corona Deutlich weniger Verkehrsunfälle

Stand: 22.01.2021 13:56 Uhr

Auf den Straßen war 2020 wegen Corona weniger los als üblich. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging deshalb insgesamt zurück. Eine Ausnahme bilden die Radfahrer. Bei ihnen stieg die Zahl der Unfälle.

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der Verkehrsunfälle im vergangenen Jahr deutlich sinken lassen. Von Januar bis November erfasste die Polizei 2,1 Millionen Straßenverkehrsunfälle. Das sind 15,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden bekannt gab.

Die Statistiker beriefen sich bei den Zahlen auf vorläufige Ergebnisse. Die Entwicklung führt das Statistische Bundesamt auf das geringere Verkehrsaufkommen infolge der Anti-Corona-Maßnahmen zurück. Auch für das Gesamtjahr 2020 sei von niedrigeren Zahlen auszugehen als 2019.

Auch weniger "Personenschäden"

Bis einschließlich November seien etwa 2500 Verkehrstote gezählt worden - 10,4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Verletzt wurden mit insgesamt fast 306.000 Menschen 14 Prozent weniger.

Mehr Unfälle mit dem Fahrrad

Eine Ausnahme bilden hier allerdings die Radfahrer, wie aus einer Auswertung der Unfallforschung der Versicherer hervorgeht, die Zahlen bis einschließlich September umfasst. Die Zahl verunglückter Radfahrer lag im September mit mehr als 11.200 sogar deutlich über dem Wert des Vorjahres mit rund 9100.

Einerseits seien mehr Menschen mit dem Fahrrad unterwegs gewesen, vor allem Umsteiger aus dem öffentlichen Nahverkehr.

Andererseits zeigten die Zahlen, dass die Straßen weiter nicht ausreichend für Radfahrer aus- und umgebaut seien, sagt der Unfallforscher Siegfried Brockmann. "Der Wille in den Kommunen ist zwar inzwischen da, doch mit der Tat hinken sie hinterher." Insbesondere Kreuzungen müssten sicherer werden, etwa durch eigene Grünphasen für Radfahrer.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 22. Januar 2021 um 13:33 Uhr.