In einem Labor in Stuttgart wird der Test auf das neuartige Coronavirus demonstriert. | Bildquelle: AFP

Virus in Deutschland Corona in fast allen Bundesländern

Stand: 03.03.2020 12:34 Uhr

Knapp 190 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind nun in Deutschland nachgewiesen - 13 Bundesländer sind betroffen. Hausärzte sorgen sich um ihren Vorrat an Schutzausrüstung.

Das Coronavirus hat sich in Deutschland auf fast alle Bundesländer ausgebreitet. Die Zahl der nachgewiesenen Ansteckungen stieg nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 188, darunter sind erstmals Fälle in Brandenburg, Thüringen und Sachsen. Keine Infektionen melden bislang nur noch Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und das Saarland.

In Berlin kamen zwei weitere Fälle hinzu. Betroffen ist eine Lehrkraft, deshalb bleibt nun auch in der Hauptstadt eine öffentliche Schule geschlossen. Die meisten Infektionen verzeichnet nach wie vor Nordrhein-Westfalen mit mehr als 100 Fällen.

Coronavirus, Sars-CoV-2 und Covid-19

Coronavirus ist die geläufigste Bezeichnung für das neuartige Virus aus China. Dessen offizieller Name, den die WHO festgelegt hat, lautet Sars-CoV-2. Die aus dem Virus resultierende Lungenkrankheit heißt Covid-19.

Ärzte fordern mehr Schutzausrüstung

Nach Einschätzung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) sind die Hausärzte gewappnet für den Umgang mit dem Coronavirus in Deutschland. Allerdings gebe es Handlungsbedarf beim Nachschub an Schutzausrüstung, sagte der Chef der KBV, Andreas Gassen, der Nachrichtenagentur dpa. "Der Grundbestand, über den die niedergelassenen Kollegen in ihren Praxen verfügen, wird bundesweit nicht ausreichen, wenn die Zahl der Verdachtsfälle steigen wird." Und darauf deute ja alles hin.

Man sei daher im Gespräch mit dem Bundesgesundheitsministerium und allen Beteiligten, um rasch Abhilfe schaffen zu können und Schutzbekleidung dort vorzuhalten, wo sie gebraucht werde. "Es muss Klarheit darüber herrschen, wie die Ärzte an das notwendige Material gelangen können", so Gassen.

Gesunde nicht auf Coronavirus testen

Zugleich warnte Gassen vor unnötigen Tests: "Umfangreichere Testung von klinisch Gesunden ist medizinischer Unfug." Sinnvoll seien Tests nur, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege aufweise und womöglich Kontakt zu Infizierten gehabt habe. Es gebe in Deutschlands einschlägigen Laboren Kapazitäten für rund 12.000 Tests pro Tag.

Auf jeden Fall sollten Menschen, die selbst einen Verdacht auf Coronavirus bei sich hätten, zunächst bei der Praxis oder der Arzthotline 116117 anrufen. Wenn nämlich aber ein Test in einer Praxis positiv ausfalle, könnte die Praxis vom zuständigen Gesundheitsamt vorübergehend aus Gründen des Seuchenschutzes geschlossen werden. "Und genau das wollen wir vermeiden", sagte KBV-Vize Stephan Hofmeister.

Lauterbach warnt vor Medikamenten-Engpässen

Nach den Worten des Gesundheitsexperten der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, ist das Virus ansteckender als erwartet. Er sagte im ARD-Morgenmagazin, es sei davon auszugehen, dass die Epidemie im Sommer nicht ganz weggehen, sondern im Herbst verstärkt zurückkommen und wahrscheinlich in eine Pandemie münden werde: "Wir werden im Herbst sehr wahrscheinlich eine starke Zunahme der Fälle in China, aber auch in Europa sehen."

Er warnte davor, dass sich dann die Versorgung mit Medikamenten verschlechtern könne. Es gebe bei Lieferungen aus China und Indien generell immer wieder Engpässe, weil es Qualitätsmängel gebe, sagte Lauterbach. Er sprach sich deshalb dafür aus, nicht nur Medikamente stärker zu bevorraten. Mehr noch sollte "ein Teil der Produktion gerade für unbedingt notwendige Wirkstoffe nach Europa, bevorzugt sogar nach Deutschland, rückverlagert werden. Das könnten wir auch in die Wege leiten."

Karl Lauterbach, SPD-Gesundheitsexperte, zu den Lieferengpässen bei Medikamenten durch Corona
ARD Morgenmagazin, 03.03.2020

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Handwerksmesse in München abgesagt

Wegen der Epidemie wurde auch die Internationale Handwerksmesse (IHM) in München abgesagt. Ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums hatte zuvor mitgeteilt, der bayerische Coronavirus-Krisenstab habe empfohlen, "große internationale Messen bis auf Weiteres abzusagen oder zu verschieben". Die Veranstalter der IHM hatten etwa 1000 Aussteller aus 60 Ländern und mehr als 100.000 Besucher erwartet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2020 um 07:00 Uhr.

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