In Hamburg protestierten rund 15.000 Menschen gegen die Corona-Maßnahmen. | dpa

Protest gegen Corona-Maßnahmen Tausende bei Demos in mehreren Städten

Stand: 11.12.2021 21:10 Uhr

In mehreren Städten haben Menschen gegen die Corona-Maßnahmen protestiert - darunter Hamburg, Schwerin, Frankfurt und Fürth. In Wien fand eine Großdemonstration statt, in Luxemburg kam es zu Ausschreitungen.

In mehreren deutschen Städten haben Menschen gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert. Eine der größten Kundgebungen fand in Hamburg statt. Dort protestierten mehrere Tausend Teilnehmer unter dem Motto "Das Maß ist voll - Hände weg von unseren Kindern!". Die Polizei sprach von einem friedlichen Verlauf und zählte etwa 8000 Demonstranten - angekündigt waren 4000.

Auch in anderen Städten Norddeutschlands fanden Proteste statt, etwa in Schwerin. In der dortigen Innenstadt nahmen nach Angaben der Polizei bis zu 760 Personen teil. Die verfügten Auflagen seien eingehalten worden, hieß es. Rund 20 Personen hätten gegen den Aufzug protestiert. In Flensburg demonstrierten rund 100 Impfgegner, die Polizei musste eine Sitzblockade von rund 150 Gegendemonstranten auflösen.

Versammlung in Frankfurt war verboten

An einer verbotenen Demonstration in Frankfurt am Main nahmen knapp 100 Menschen teil. Die Polizei löste die Versammlung nach eigenen Angaben auf. Beamte überprüften dabei Personalien und sprachen Platzverweise aus.

Die Stadt hatte die angemeldete Demonstration bereits am Donnerstag untersagt. Sie befürchtete, dass die Protestler "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" die wegen der Corona-Pandemie geltenden Auflagen missachten würden. Angemeldet zu dem Demonstrationszug waren 1500 Menschen. Bereits zwei Tage zuvor hatte das Ordnungsamt vier geplante Kundgebungen der gleichen Anmelderin verboten.

Bei einer Demonstration der AfD in Berlin gegen die Impfpflicht und bei verschiedenen Gegenveranstaltungen blieb es bis zum Abend ruhig. Auf beiden Seiten seien deutlich weniger Teilnehmer gezählt worden, als angemeldet waren, hieß es von der Polizei.

Demonstrationen auch im Westen und Süden

In Trier gingen rund 500 Menschen wegen der Corona-Regeln auf die Straße. Mehr als 400 von ihnen demonstrierten gegen die Vorschriften und die Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Die anderen etwa 100 Menschen hatten sich zu einer Gegendemonstration versammelt, wie die Polizei mitteilte. Zu größeren Zwischenfällen sei es aber nicht gekommen. Gegen die Kritiker der Corona-Maßnahmen hätten mehrere Platzverweise verhängt werden müssen, weil sie Anordnungen der Polizei nicht nachgekommen seien.

Auch in Bayern kam es zu Demonstrationen. In Neumarkt in der Oberpfalz trafen sich zunächst 1300 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Als sich der Demonstrationszug in Bewegung setzte, hätten sich weitere angeschlossen, so dass in der Spitze rund 2000 Menschen mitliefen. Zu Verstößen sei es nur vereinzelt gekommen, hieß es. Auch in Fürth versammelten sich nach Polizeiangaben knapp 2000 Menschen zu einer Kundgebung. Die Demonstration sei friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher.

44.000 Teilnehmer bei Wiener Protestmarsch

Proteste gab es auch in mehreren Nachbarländern. In Österreichs Hauptstadt Wien wurde eine Großdemonstration organisiert. Nach Angaben der Polizei kamen rund 15.000 Menschen zu einer Kundgebung auf dem Heldenplatz zusammen. An einem anschließenden Protestmarsch nahmen demnach insgesamt rund 44.000 Menschen teil.

Der Chef der rechten FPÖ, Herbert Kickl, rief bei der Kundgebung zu Widerstand gegen den ab Februar geplanten Impfzwang auf. Diese Maßnahme wie auch der zeitlich unbegrenzte Lockdown für Ungeimpfte seien ein "Anschlag auf die Menschlichkeit". "Diese Regierung handelt sadistisch", sagte der Rechtspopulist vor seinen Anhängern. Die Regierung plant mit Unterstützung von vier der fünf Parlamentsparteien eine Impfpflicht als Vorbereitung gegen weitere Corona-Wellen. Es drohen hohe Strafen für Impfverweigerer.

In den vergangenen Wochen war es bereits mehrfach in Wien zu großen Demonstrationen gegen die Corona-Politik der Regierung gekommen.

Angriffe auf Polizisten in Luxemburg

In Luxemburg-Stadt kam es zu gewaltsamen Protesten bei einer Demo gegen die Corona-Maßnahmen. 500 Menschen protestierten gegen strengere Auflagen. Einige Teilnehmer hätten gezielt die gewaltsame Konfrontation gesucht und Feuerwerkskörper und Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen, so die Polizei. Die Versammlung wurde aufgelöst, es gab mehrere Festnahmen.

Mit Informationen von Michael Schneider, ARD-Studio Brüssel

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Dezember 2021 um 20:00 Uhr.