Ein Mann pipettiert in einem Labor des biopharmazeutischen Unternehmens Curevac eine blaue Flüssigkeit. | dpa

Suche nach Corona-Impfstoff Millionen-Kredit für CureVac

Stand: 16.03.2020 19:46 Uhr

Das deutsche Pharmaunternehmen CureVac, das an einem Impfstoff gegen das Coronavirus forscht, bekommt von der EU Kredite von bis zu 80 Millionen Euro. Erst gestern hatte CureVac einem möglichen Deal mit den USA eine Absage erteilt.

Es ist gerade mal einen Tag her, dass das deutsche Pharmaunternehmen CureVac mit Sitz in Tübingen erklärt hat, man werde keinen Exklusiv-Deal mit den USA über einen Impfstoff gegen das Coronavirus abschließen. Es folgte viel Lob - und die Zusage, dass man in Deutschland und Europa alles tun werde, um CureVac bei seinen vielversprechenden Forschungen zu unterstützen.

Und damit macht die EU offenbar Ernst: Wie die EU-Kommission mitteilte, soll CureVac Kredite von "bis zu 80 Millionen Euro" erhalten, um die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus zu beschleunigen. Nach eigener Darstellung hat CureVac bereits ein laufendes Entwicklungsprogramm für einen Impfstoff und will klinische Tests im Juni starten.

Von der Leyen: Unterstützung von Forschung hat Priorität

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte die Bedeutung der Kreditzusage: "In dieser Krise der öffentlichen Gesundheit ist es von größter Bedeutung, dass wir unsere führenden Forscher und Technologieunternehmen unterstützen", sagte sie. "Wir sind entschlossen, CureVac mit der notwendigen Finanzierung zu versorgen, um die Entwicklung und Produktion eines Impfstoffs gegen das Coronavirus rasch zu beschleunigen." Die CureVac-Technologie habe in vorläufigen Studien "eine schnelle Reaktion auf Covid-19" versprochen. Bei einem Nachweis könnten "in den bestehenden CureVac-Produktionsanlagen potenziell Millionen von Impfstoffdosen zu geringen Kosten hergestellt werden", so von der Leyen.

Merkel: Streit mit USA "erledigt"

Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach die USA exklusiv die Rechte an einem Impfstoff gegen das Coronavirus erwerben wollten. Inzwischen erklärte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Thema für erledigt: Die Auseinandersetzung habe "heute keine Rolle gespielt, zumal das Thema ja auch gelöst ist, wie wir am Wochenende ja sagen konnten", sagte Merkel. Die Bundesregierung habe sich "da ja sehr frühzeitig darum gekümmert".

Auch USA arbeiten an Impfstoff

Auch in den USA begannen unterdessen erste klinische Tests für einen neuen Coronavirus-Impfstoff. Wie die US-Gesundheitsbehörde mitteilte, bekam ein erster Versuchsteilnehmer das neue Medikament mit dem Namen mRNA-1273. Insgesamt solle der Test über rund sechs Wochen an 45 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 55 Jahren laufen. Wenn die Tests erfolgreich sind, dürfte es bis zu einer Zulassung aber Schätzungen zufolge noch mindestens ein Jahr dauern.

Bislang gibt es weltweit keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Virus Sars-CoV-2, das die Lungenkrankheit COVID-19 auslöst.