Auf der Scheibe eines Lokals in Hamburg wird auf die 2G-Plus-Regel hingewiesen. | dpa

Vorlage für Bund-Länder-Runde 2G-Plus und verkürzte Quarantäne

Stand: 06.01.2022 19:07 Uhr

Bund und Länder planen die bundesweite Einführung der 2G-Plus-Regel in der Gastronomie. Das geht aus der Beschlussvorlage für die anstehenden Beratungen hervor, die dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt. Zudem sollen die Quarantänezeiten verkürzt werden.

Von Moritz Rödle, ARD-Hauptstadtstudio

Fünfzehn Punkte beinhaltet die Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt, die offenbar mit den Staatskanzleien der Bundesländer abgesprochen ist. Wirklich neu sind aber nur zwei Punkte: Der Zugang zur Gastronomie soll weiter eingeschränkt werden - und das unabhängig von der Inzidenz vor Ort. Schon vom 15. Januar an könnten Restaurantbesuche - auch für Geimpfte und Genesene - nur noch mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis möglich sein. Dann gilt dort die sogenannte 2G-Plus-Regelung.

Moritz Rödle ARD-Hauptstadtstudio

Ausgenommen sollen Gäste sein, die bereits eine Auffrischungsimpfung bekommen haben. Der Boosternachweis könnte bereits ab dem Tag der Impfung zählen. Das Startdatum für diese Regelung ist in der aktuellen Version der Beschlussvorlage allerdings noch in eckige Klammern gefasst. Das heißt: Der 15. Januar muss zwischen den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten und dem Kanzleramt noch besprochen werden.

In der Vorlage wird auch ein Grund für diese Verschärfung genannt: In Restaurants und Cafés könnten Masken nicht dauerhaft getragen werden, sodass sich die Virusvariante dort besonders leicht übertrage.

Neue Quarantäne-Regeln für Kontaktpersonen

Außerdem einigten sich Bund und Länder offenbar auf neue Regeln zur Isolation von Erkrankten und zur Quarantäne von Kontaktpersonen. Diese beruhten auf der Empfehlung des Expertenrates der Bundesregierung. Bisher gelte für Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Virusvariante infizierten Person eine strikte Quarantäne von 14 Tagen, die nicht durch einen negativen Test vorzeitig beendet werden könne. Das wollen Bund und Länder nun leicht verändern.

Kontaktpersonen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, also geboostert sind, sollen von der Quarantäne ausgenommen sein. Dies gelte auch für vergleichbare Gruppen, wie frisch Geimpfte oder Genesene. Frisch doppelt geimpft ist man nach Definition des Robert Koch-Instituts (RKI), wenn die zweite Impfung mindestens 14 Tage und maximal zwei Monate zurückliegt. Für alle übrigen Gruppen sollen Isolation beziehungsweise Quarantäne demnach in der Regel nach zehn Tagen enden.

Möglichkeit zum Freitesten nach sieben Tagen

Da sich Bund und Länder sorgen, dass viele Quarantäne-Fälle zu Problemen bei der sogenannten kritischen Infrastruktur führen, soll ein Freitesten mittels PCR-Test oder zertifiziertem Antigen-Schnelltest bereits nach sieben Tagen möglich sein. Für Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Einrichtungen der Eingliederungshilfe kann die Isolation nach erfolgter Infektion nach sieben Tagen durch einen obligatorischen negativen PCR-Test beendet werden. Allerdings nur, wenn die Betroffenen zuvor 48 Stunden symptomfrei waren.

Auch für Schülerinnen und Schüler und Kinder in Kitas oder Kindergärten soll es neue Regeln geben. Hier könnte die Quarantäne bereits nach fünf Tagen durch einen PCR-Test oder Antigen-Schnelltest beendet werden. Als Grund für die Verkürzung wird darauf hingewiesen, dass diese Kinder ohnehin regelmäßig getestet würden.

Wann die die nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) stattfinden soll, ist noch nicht geklärt. Im Papier steht aber, dass es noch im Januar einen Termin geben soll.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Januar 2022 um 20:00 Uhr.