Eine Seniorin erhält eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus. | dpa

Corona-Pandemie STIKO empfiehlt Auffrischungsimpfung

Stand: 23.09.2021 20:56 Uhr

Die Ständige Impfkommission hat sich dafür entschieden, eine Empfehlung für die bereits angelaufenen Corona-Drittimpfungen zu geben. Auffrischungen soll es demnach zunächst aber nur für Risikopatienten geben.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat Corona-Auffrischungsimpfungen für einige Risikopatienten empfohlen. "Wir haben die Sichtung aller wissenschaftlichen Daten zur Frage der Auffrischungsimpfungen für bestimmte Risikogruppen abgeschlossen und als Kommission eine Empfehlung beschlossen", sagte der STIKO-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die STIKO empfehle demnach abgestuft Auffrischungsempfehlungen für Menschen mit Immundefekten oder Erkrankungen, bei denen das Immunsystem medikamentös reguliert werde, etwa bei Rheuma oder nach einer Transplantation.

Eine generelle Empfehlung für Auffrischungsimpfungen nach Altersgruppen gebe die STIKO derzeit noch nicht. Die Kommission prüfe, "inwieweit die Studienlage eine generelle Impfempfehlung in bestimmten Altersgruppen begründet".

Anpassung der STIKO-Empfehlung möglich

STIKO-Mitglied Fred Zepp sagte, die Kommission werde mit Unterstützung des Robert Koch-Instituts (RKI) prüfen, wie häufig und wie ausgeprägt Covid-19-Erkrankungen aktuell in höheren Altersgruppen auftreten. "Sollte sich herausstellen, dass es ab einem bestimmten Alter gehäuft zu Impfdurchbrüchen kommt, könnte es auch zu einer allgemeinen Impfempfehlung etwa ab 60, 70 oder 80 Jahren kommen", sagte Zepp den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Vor rund drei Wochen waren die Auffrischungsimpfungen für Senioren und immungeschwächte Menschen bereits ohne STIKO-Empfehlung bundesweit gestartet. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich dafür ausgesprochen, Bewohner sowie Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen und anderen Einrichtungen mit besonders gefährdeten Bewohnern zu impfen, ebenso medizinisches Personal und Menschen ab 60 Jahren nach individueller ärztlicher Beratung.

USA lassen BioNTech-Impfstoff für Auffrischungen zu

Die USA haben einen ersten Corona-Impfstoff für Auffrischungen bei Älteren bereits zugelassen. Die US-Arzneimittelbehörde FDA genehmigte den Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Personen über 65 Jahre, Erwachsene mit hohem Risiko für eine schwere Erkrankung sowie für Personen in Berufen mit hohem Ansteckungsrisiko. Diese können sich sechs Monate nach der zweiten Impfung nun eine dritte Dosis verabreichen lassen.

Zu den Beschäftigten mit hohem Infektionsrisiko zählte die FDA unter anderem "Beschäftigte im Gesundheitswesen, Lehrer und Kindertagesstättenpersonal, Beschäftigte in Lebensmittelgeschäften und in Obdachlosenheimen oder Gefängnissen". Eine grundsätzliche Auffrischungsimpfung für alle ab einem Alter von 16 Jahren lehnten die Mitglieder der unabhängigen Impfkommission entgegen den Plänen der US-Regierung jedoch ab.

EMA-Entscheidung zu Drittimpfungen im Oktober

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA wird voraussichtlich Anfang Oktober über Auffrischungsimpfungen mit dem Corona-Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Menschen ab 16 Jahren entscheiden. "Die verfügbaren Daten zeigen, dass die Immunität gegen Covid-19 nach den ersten Impfungen mit der Zeit nachlässt und der Schutz vor Infektionen und symptomatischen Erkrankungen in verschiedenen Teilen der Welt abnimmt", sagte der Leiter für Impfstoffstrategie der EMA, Marco Cavaleri. 

Die Pharmaunternehmen BioNTech und Pfizer hatten einen Zulassungsantrag für eine dritte Impfung mindestens sechs Monate nach Verabreichung der zweiten Dosis für über 16-Jährige gestellt. Anfang Oktober soll laut der EMA auch über Auffrischungsimpfungen mit den Mitteln von BioNTech/Pfizer und Moderna für Risikopatienten und ältere Menschen entschieden werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. September 2021 um 20:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Anna-Elisabeth 23.09.2021 • 23:54 Uhr

@22:56 von harry_up @ krittkritt, um 21:57

//Nein, das Nachlassen der Wirkung wurde bislang keineswegs versteckt kommuniziert,...// Der Eindruck, dass etwas nur "versteckt kommuniziert" wird, hängt wohl damit zusammen, dass wir alle in einer eigenen Filterblase leben. Die Blasenhaut kann unterschiedlich dick sein. Bei manchen Blasen sind die Filter - vielleicht mangels regelmäßiger Reinigung - so verstopft, dass von außen nicht mehr viel durchdringt und die innerhalb der Blase Lebenden sich ihre eigenen Geschichten erzählen.